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Ausszüge aus dem Artikel: "Ein Naturwissenschaftler ist neuer Chef im musisch-neusprachlichen Dalberg-Gymnasium" (Main-Echo vom 24.10.2002)
Dr. Georg Bauer sagt von sich selbst, er suche die Abwechslung: »Allzulang in eingefahrenen Spuren laufen, ist nicht meine Sache. Ich brauche neue Herausforderungen.« Der gebürtige Elsenfelder studierte nach Abitur und Wehrdienst Mathematik und Physik in Würzburg. Den Lehrberuf trat er 1973 in West-Berlin an, wo er gleichzeitig ein Philosophiestudium an der Freien Universität aufnahm. »Viele haben sich gewundert, was mich an der Philosophie reizt., erzählt der 56-Jährige, »doch die Naturwissenschaften und die Philosophie haben viele Berührungspunkte.« Bauers Steckenpferd ist die Wissenschaftstheorie, die Untersuchung, wie sich die Wissenschaft im Laufe der Jahrhunderte weiter entwickelt hat und woher sie ihre Impulse bekam. Eng verband er seine Hauptinteressen während seiner Promotion, die sich am Beispiel des italienischen Naturphilosophen Giovanni Battista Benedetti mit der Entwicklung der Physik in der Zeit vor Galileo beschäftigte. 1989 verlieh ihm dafür die Universität Gießen die Doktorwürde. Doch zunächst ging es 1979 in den Auslandsschuldienst an die Deutsche Schule in Mailand, von wo er 1986 an das Erlenbacher Gymnasium, zurück kehrte. Lang hielt es ihn jedoch nicht in der alten Heimat. Bereits 1989 wechselte er als Referatsleiter für Grundsatzfragen ins Bundesverwaltungsamt Köln. Dort sei er in der Zentralstelle Auslandsschulwesen für die deutschen Schulen im Ausland zuständig gewesen, erzählt der Vater zweier erwachsener Söhne: »Ich war sozusagen der Mittler zwischen den relativ eigenständig verwalteten Auslandsschulen und ihrer obersten Dienstbehörde, dem Innenministerium.« Dank zahlreicher Kontakte zu den verschiedenen Schulen und vieler Besuche vor Ort, vor allem in Südeuropa, denkt der Schulleiter heute noch gerne an diese Tätigkeit zurück, die er nach zwei Jahren wieder aufgeben musste. Familiäre Gründe zwangen zur Rückkehr an den Untermain. Zwölf Jahre lang war Bauer Lehrer am Friedrich-Dessauer-Gymnasium, bevor er sich im Sommer auf die Direktorenstelle am Dalberg-Gymnasium bewarb. 
Was reizt einen Mathematiker und Physiker die Schulleitung eines musisch-neusprachlichen Gymnasium zu übernehmen? » Ich kannte die Schule ja schon, weil mein ältester Sohn für den Musik-Leistungskurs hierher gewechselt war«, antwortet Bauer. Schon damals habe er einen guten Eindruck von der schulischen Atmosphäre gehabt. Ganz unbeleckt sei er selbst im Bereich Musik und Kunst ebenfalls nicht, doch natürlich habe auch der Reiz des Neuen eine Rolle gespielt. Die Traditionen bewahren, aber die Moderne nicht ausklammern, so könnte Bauers Motto für seine Schulleitung lauten. Natürlich wolle er den bilingualen Zweig am Dalberg weiter ausbauen, gleichzeitig solle jedoch auch der Umgang mit den modernen Medien bei Schülern und Lehrern gefördert werden, skizziert er seine Vorhaben für die kommenden Jahre. Anfangen will er damit im Direktorat, wo den Naturwissenschaftler wurmt, dass er zwar zwei Computer zur Verfügung hat, von denen aber keiner mit dem Sekretariat vernetzt ist. Der fächerübergreifende Unterricht, aber auch die Zusammenarbeit der Kollegen eines Faches muss nach Meinung des Naturwissenschaftlers stärker ausgebaut werden: »Es ist doch unsinnig, dass jeder Lehrer tolle Unterrichtsentwürfe und Projekte ausarbeitet, die seine Kollegen aber weder sehen, noch übernehmen können.« Der Austausch untereinander spare Zeit und sorge für neue Impulse im eigenen Unterricht. »Die Lehrer haben schon genug Druck, die müssen sich nicht noch selbst das Leben schwer machen«, lautet das Credo Bauers, der sich vorgenommen hat, einen kollegialen Führungsstil zu pflegen. Doch nicht nur den Lehrkräften will er das schulische Leben erleichtern: »Ich will, dass die Schüler eine entspannte Atmosphäre vorfinden, in der jeder einzelne seine optimale Schullaufbahn verfolgen kann.« sei
