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Zwei Reporter der spanischen Tageszeitung EL PAÍS treffen auf 13 Schülerinnen und Schüler des Dalberg-Gymnasiums und blicken in sonnenverwöhnte und fröhliche Gesichter. Was mögen die Jugendlichen auf ihrem Austausch mit Schülern der spanischen Partnerschule BRAINS erlebt haben? Einen Auszug aus dem Interview der Journalisten mit den Schülern finden Sie hier…
Lukas, wie muss man sich das Leben eines Schülers deiner Altersstufe am Colegio Brains vorstellen?
Als ich noch nicht am Unterricht der Schule teilgenommen hatte, habe ich mir alles sehr trist oder streng vorgestellt, da es eine Privatschule ist, die für manche Schüler 1200 Euro im Monat kostet! Als ich dann aber am Montag das erste Mal in die Schule ging, war es ganz anders. Die Schüler sind alle sehr aufgeschlossen und kamen von selbst auf mich und die anderen zu und begrüßten uns alle sehr herzlich, was in Deutschland eigentlich nicht so häufig vorkommt. Auch der Unterricht war anders als bei uns. Was mir als Erstes auffiel, war, dass die Schüler ihre Lehrer mit dem Vornamen ansprechen, was die Klassenatmosphäre weitaus gelassener wirken lässt. Der Stoff, den die Schüler lernen und behandeln, kam mir jedoch etwas schwerer vor. Manche Fächer, die es an der Schule gibt, haben wir auch gar nicht, wie z.B. technisches Zeichnen. Für ein solches Fach mussten wir das Klassenzimmer wechseln, da nicht alle Schüler dieselben Fächer haben, deshalb waren wir dann dort mit dem Teil einer anderen Klasse zusammen. Und da waren dann auch noch richtige Chaoten dabei, die z.B. Papierflieger herumwarfen. Als einer jedoch nach mehrfacher Ermahnung keine Ruhe gab, musste er sich für den Rest der Stunde in die Ecke setzen. Was mir weniger gefallen hat, war, dass der Schultag täglich bis 16.30 Uhr dauert. Man konnte sich dann aber gut im Bus bei einer „siesta“ ausruhen, da die Fahrt eine Stunde lang dauerte. Der Tag endet mit einem Abendessen zu ungewohnt später Stunde (22 Uhr); danach ruft nur noch das Bett!
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Lena, was läuft an einer spanischen Privatschule (BRAINS) anders als an einem staatlichen Gymnasium in Deutschland (Dalberg)?
BRAINS- eine spanische Privatschule mit bilingualer Ausrichtung, täglicher Unterricht von 9 bis 16.30 Uhr, Jogginganzügen als Schuluniform, Mittagessen in einer großen Mensa erst um 14.45 Uhr und LehrerInnen, die mit Vornamen und „du“ angesprochen werden. Diese Schule bietet, u.a. -doch nicht nur- aufgrund ihres großen Geldbudgets eine ganz andere Förderung als ein staatliches Gymnasium: relativ kleine Klassen, ein angenehmes Schulklima, Förderung im sprachlichen, sportlichen und musischen Bereich, zahlreiche Exkursionen, durchdachte Organisation, gut ausgestattete Klassenzimmer und großes Engagement von allen Seiten. Doch wird der Unterricht, meiner Meinung nach sehr locker, fast zu locker gehandhabt. Es fällt auf, dass so gut wie kein Schüler diese Schule ohne den gewünschten Abschluss verlässt. Klar ist, dass durch das hohe Schulgeld, das die Eltern monatlich entrichten müssen, eine gewisse „Erwartungshaltung“ gegenüber der Schule und den Lehrern entsteht.
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Ronja, würdest du es befürworten, am Dalberg-Gymnasium Schuluniformen wie am Brains einzuführen?
In der Partnerschule des Dalberg-Gymnasiums, dem Colegio Brains, tragen alle Schüler Schuluniformen. Dort besteht sie aus einer dunkelblauen Jogginghose und T-Shirts in verschiedenen Farben mit dem Schulwappen auf der linken Brust. Darüber kann man in den kälteren Wintermonaten zusätzlich ein Jäckchen, auch mit dem Namen der Schule versehen, anziehen. Alternativ sind hauptsächlich die Schüler der Oberstufe mit einer braunen, festeren Stoffhose und einem weißen Poloshirt gekleidet herumgelaufen.
Im Vergleich zu den Schuluniformen, die man in den Nachbarschulen sehen konnte, ist die des Brains nicht so streng, sondern gleicht eher einem bequemen „Anzug“. An diesem Colegio finde ich es gut, dass alle relativ gleich gekleidet sind, so sticht nicht so sehr heraus, wer aus einem reichen Elternhaus kommt und wer nicht. Diese Gleichheit wird zusätzlich noch dadurch unterstrichen, dass sich die Mädchen eigentlich nicht schminken dürfen und den Jungen es nicht erlaubt ist Ohrringe zu tragen.
Das Einführen einer Schuluniform an meiner Schule würde ich jedoch nicht befürworten, denn man müsste, damit die Kleidung von den Schülern auch akzeptiert wird, jedes Schuljahr neue Designs entwerfen. Eine gewisse individuelle Gestaltung sollte auch möglich sein, damit sich der einzelne Schüler in seiner Person nicht gänzlich eingeschränkt fühlt. Gleichzeitig sollte sich die Schule auch nicht in einen Laufsteg verwandeln, sondern eher ein Gefühl von Zusammengehörigkeit herrschen.
Larissa, welchen Charakter hat für dich Madrid, die Hauptstadt Spaniens?
Jeder, der einmal Kontakt zu Spaniern hatte, kennt die Lebendigkeit und Offenheit dieser Menschen. Dem entsprechend ist auch der Charakter der Hautstadt Spaniens, Madrid, geprägt. Durch die zwei Gesichter, die sie hat, bietet sie jedem etwas. Wie in vielen anderen spanischen Städten hängt der Unterschied mit der Tageszeit zusammen. So gibt es auf der einen Seite das Madrid am Tag und auf der anderen Seite das Madrid am Abend und in der Nacht. Den Tag verbringt man am Besten damit, die vielen Monumente, Museen und Gebäude zu besichtigen. Zu dieser Tageszeit zeigt Madrid sich nämlich von seiner touristisch interessanten Seite. Wie in vielen anderen europäischen Städten und Metropolen besteht das Zentrum hauptsächlich aus großen und alten Gebäuden. Es gibt allerdings auch viele moderne Bauten, wie z.B. das „Museo Reina Sofía“. Bei gutem Wetter präsentieren sich Madrid und seine Sehenswürdigkeiten tagsüber von seiner schönsten Seite.
Am Abend kann man dann das „spanische“ Madrid erleben: Die Straßen sind dann voll von Leuten und von überallher hört man die spanische Sprache und Musik. Wenn es Zeit für das „Cena“ ist, erscheint es einem, als wäre die ganze Stadt auf den Beinen. Die so genannten Madrilenos sitzen dann in den zahlreichen Restaurants, die entweder zur Straße hin offen oder in den Kellern der Gebäude sind. Dort essen sie typische spanische Speisen wie Paella, Tortilla und Churros. Die Gemütlichkeit, die dadurch ausgestrahlt wird, sowie die fröhlichen Gespräche laden dazu ein daran teilzunehmen.
Wenn man Madrid besucht, ist es wichtig, dass man beide Gesichter der Stadt erlebt, um viel über das kulturelle Leben dieser Metropole zu erfahren. Jeder sollte aber für sich entscheiden, welches Gesicht ihm besser gefällt: das touristisch sehenswerte Madrid am Tag, oder das kulturell ansprechende Madrid am Abend und in der Nacht.
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Madrid gilt auch als Pilgerstätte der Kunst. Sophie, welche Meisterwerke der Kunst hast du während deines Aufenthalts gesehen und was hat dich besonders beeindruckt?
Wir haben in Madrid viele Werke der wichtigsten und bedeutendsten spanischen Künstler gesehen. Im „Museo Nacional del Prado“ haben wir mit einer Führung Velázquez und Goyas Meisterwerke aus dem 17. Jahrhundert kennen gelernt. Besonders beeindruckt und zugleich geschockt hat uns die Sammlung der so genannten „pintura negra“. Die schwarzen, düsteren, mystischen und erschreckenden Gemälde Goyas waren für diese Zeit äußerst außergewöhnlich und geben viel Soff zum Nachdenken. Zudem haben einige unserer Schüler im „Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía“ einige Schüler Picassos und Dalís Kunst bewundert. Vor allem das weltberühmte Gemälde „Guernica“ beeindruckte mit seiner Größe und seinem Ausdruck des Schreckens des Krieges.
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Isabelle, was hat dir an Madrid am besten gefallen?
Mir persönlich haben am besten die Vielfältigkeit und die Gegensätze von Madrid gefallen, die dieser Stadt einen ganz besonderen Reiz verleihen. Das Gesicht der Metropole wird sowohl von alten und imposanten Bauten als auch von modernen Hochhäusern und Neubauten in eindrucksvollem Design geprägt. Diese Kontraste werden auch an anderer Stelle deutlich, z.B. bei den Museen: Man kann im Prado großartige Bilder von Künstlern wie Goya oder Velázquez bestaunen, während im Museo Reina Sofía Werke moderner Maler wie Picasso, Dalí und Miró vertreten sind.
In Madrid gibt es laute Feiern genauso wie geselliges Beisammensein, große Modehäuser und –ketten wie kleine Läden spanischer Designer. Die Schönheit Madrids liegt im Kontrast!
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Jasmin, außer Madrid habt ihr auch Toledo, die älteste Hauptstadt Spaniens, erkundet. Was habt ihr gesehen und was hat dich besonders beeindruckt?
Wir sind mit dem Reisebus der Schule nach Toledo gebracht worden und dort zu den bekanntesten und wichtigsten Plätzen und Monumenten gelaufen. Zuvor aber haben wir außerhalb der Stadt an einem ihr gegenüber liegenden Hügel einen phänomenalen Panoramablick auf die Stadt genießen können. Es ging dann die meiste Zeit bergauf, weil Toledo auf einem Hügel erbaut wurde, damit es früher einfacher zu verteidigen war. In Madrid und Toledo haben uns die spanischen Austauschpartner die markantesten Stätten kurz auf Deutsch erklärt. Es ist interessant, dass früher in der Stadt die drei monotheistischen Religionen (Christentum, Islam und Judentum) friedlich in Toledo zusammengelebt haben. Das sieht man heute noch, z.B. an manchen Fassaden. Man muss nur wissen, worauf man bei der Besichtigung achten muss, aber wir hatten ja Herrn Ott mit seinem schlauen Buch als informierenden Begleiter dabei. Wir besuchten ausführlich die spätgotische Kathedrale von Toledo und fühlten uns ungeheuer klein in dieser wunderschönen Kirche. Die verschiedenen Stilelemente aus Spätgotik und Barock, die detailverliebten Schnitzereien, die Kapitelle und Spitzbögen beeindruckten! Auch eine ehemalige Synagoge, die heute als Museum über jüdische Bräuche Feste und Rituale informiert, haben wir besucht. Fazit: Die Geschichte der wunderschönen historischen Stadt Toledo ist sehr interessant, die alten Gebäude faszinierend und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!
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David, kommen wir zum Sport. Am Brains wird„padel“ gespielt; was ist das für eine Sportart?
Padel ist eine Sportart, die an der spanischen Partnerschule sehr beliebt ist. Es handelt sich um einen Mix aus Tennis und Squash. Die Spieler befinden sich auf einem Spielfeld, die Begrenzungen sind mit Plexiglasscheiben eingezäunt. In der Mitte des Feldes ist wie beim Tennis ein Netz gespannt. Beim Aufschlag muss der Tennisball mit dem Padelschläger in das diagonal gegenüberliegende Feld des Gegners gespielt werden und darf nicht an der Außenwand aufkommen. Beim weiteren Spielverlauf spielen die Wände jedoch eine große Rolle, da sie wie beim Squash miteinbezogen werden können.
Wie gefällt dir diese Sportart, David?
Am Padel gefällt mir, dass es sehr schnell gespielt wird und ein gutes Reaktionsvermögen verlangt. Im Gegensatz zu Tennis weiß man nicht, wo der Ball hinfliegen wird, da die Wände die Richtung des Balls beeinflussen. Es kommt auch nicht darauf an möglichst fest zu schlagen, sondern technisch klug zu agieren.
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Eva, wie würdest du bei einem Vergleich spanische und deutsche Jugendliche deines Alters beschreiben?
Durch unseren Madrid-Austausch bot sich uns die Möglichkeit spanische Jugendliche unseres Alters und deren Alltag sowie Umgebung näher kennen zu lernen. Obwohl die Kultur und die Lebensart sich deutlich vom Leben in Deutschland unterscheiden, lassen sich trotzdem einige Gemeinsamkeiten erkennen. So wie wir sind auch die spanischen Jugendlichen ganz gewöhnliche Jugendliche, die in die Schule gehen, sich nachmittags mit Freunden treffen, gerne ausgehen und im Internet surfen. Ein Unterschied ist, dass sie jedoch offener und lockerer sind als die Deutschen, was bedeutet, dass sie kein Problem haben auf Leute zuzugehen und jemanden sehr schnell ins Herz schließen. Diese Offenheit und Herzlichkeit fehlt teilweise bei deutschen Jugendlichen. Als wir zum Beispiel mit unseren spanischen Austauschpartnern die Schule besucht haben, sind sehr viele andere Schüler auf uns zugekommen und haben freundlich begrüßt. Ich denke, dass deutsche Jugendliche da mehr Hemmungen haben. Jedoch kann diese lockere, unverbindliche Art auch zu Komplikationen führen, nicht nur in organisatorischen Dingen. Selbst Jugendliche, die einen festen Freund bzw. Freundin haben, flirten wie selbstverständlich mit anderen…
Es lässt sich feststellen, dass wir mit den spanischen Jugendlichen auf einer Wellenlänge lagen und uns sehr gut verstanden haben.
Sina, wie hast du das tägliche Leben in einer spanischen Familie erlebt?
Bei unserer Ankunft in Madrid standen Familien und Freunde unserer Austauschpartner schon bereit, haben jeden einzeln mit Küsschen begrüßt und sofort gefragt, wie es uns geht und ob der Flug gut war. Die Menschen sind offener als in Deutschland und nehmen einen sofort freundlich auf. Die Schwester meiner Austauschpartnerin hat mich auch bei jeder Gelegenheit mit Fragen gelöchert und die Eltern haben uns alle wie neue Familienmitglieder behandelt, auch Komplimente bekamen wir am laufenden Band. Sie sorgten dafür, dass es uns an nichts fehlte, vor allem beim Essen wurde nicht gespart. Zunächst erschien es uns komisch, um 23 Uhr noch in ein Restaurant zum Abendessen zu gehen- in Spanien ist es normal. Auch haben die Familien viel mit uns unternommen und waren sehr bemüht uns alles zu zeigen. Einer aus unserer Gruppe war beispielsweise übers Wochenende mit seiner Gastfamilie am Meer beim Segeln, andere im Real-Madrid-Stadion, auch das Theater war ein Ausflugsort.
Alle waren sehr herzlich und wir wurden für die Sommerferien bereits wieder eingeladen!
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Katharina, wie, wann und was isst und trinkt man in Spanien und was hat dir am besten geschmeckt?
Besonders beim Essen gibt es große Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland. Frühs essen Spanier eher wenig, also z.B. kleine Muffins, Müsli oder auch Kekse. Bis 15 Uhr nachmittags nehmen die spanischen Schüler nichts mehr zu sich, auch nicht in der 25-minütigen Pause um 11.30 Uhr. In der Schulmensa konnte man sich dann jedoch um 14.45 Uhr beim Mittagessen richtig mit Baguette, Salat, Obst und zweierlei Hauptspeisen stärken. Nach der Schule konnte man in der Gastfamilie einen kleinen Snack einnehmen, wie z.B. eine Pizza oder ein Sandwich. Wenn um 23 Uhr in der Nacht die meisten deutschen Schüler eigentlich schon längst schlafen, beginnt in Spanien erst das richtige Essen, dass stets aus Vor-, Haupt- und Nachspeise besteht. Ein „typisch“ spanischer Essensplan würde wohl ungefähr so aussehen:
Frühstück: churros y porras con chocolate
Mittagessen: ensalada y tortilla
Snack: empanada
Abendessen: ensalada y paella y yogurt
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Und schließlich: Was waren für dich, Miriam, Höhepunkte des Schüleraustauschs?
Für mich war die ganze Woche ein Höhepunkt! Als wir am Freitag, den 20.3.2009, in Madrid am Flughafen ankamen, haben uns die Familien erst einmal sehr herzlich begrüßt.
Sonntagmorgen waren einige Austauschschüler mit ihren Gastfamilien auf dem Rastro, einem beeindruckenden Markt mitten in Madrid, auf dem von Taschen über Schmuck bis hin zu Kleidern alles zu finden ist. Danach sind wir zum „parque de atracciones“ gefahren und haben uns dort den ganzen Tag mit Achterbahnen, Wasserrutschen und vielen anderen Attraktionen vergnügt. Montag, Mittwoch und Freitag waren wir bei unseren Austauschschülern im Unterricht dabei und haben einmal Mathe, Bio, Chemie, Physik und viele andere Fächer auf Spanisch erlebt. Obwohl man nicht sehr viel verstanden hat, da viele so schnell gesprochen haben, war es eine interessante Erfahrung. Am Dienstag haben wir Madrid erkundet und viele schöne Plätze und Gebäude gesehen, z.B. die „plaza Mayor“ oder den „Palacio Real“. Am Donnerstag waren wir in Toledo, einer sehr schönen Stadt, nicht weit von Madrid entfernt.
Leider ging die Woche viel zu schnell vorbei und jetzt fliegen wir alle wieder ins kalte Deutschland.
(Für den EL PAÍS fragten und notierten die Gastreporter Fermina del Val und Matthias Ott.)
Das kommt mir Spanisch vor
Aufgeregt und neugierig warteten wir am Freitag, den 26.01.2007 am Aschaffenburger Hauptbahnhof auf die Ankunft unserer 15 Austauschpartner aus Barcelona, Spanien.
Obwohl wir zuvor bereits Fotos ausgetauscht und uns msn sei Dank schon unterhalten hatten, waren unsere Bedenken groß, ob wir uns gegenseitig erkennen und vor allen Dingen verstehen würden. Diese Sorge löste sich allerdings gleich in den ersten Minuten, als wir die obligatorischen spanischen `besitos` links und rechts hinter uns hatten, in Wohlgefallen auf. 
Es folgte ein turbulentes Wochenende "alleine" in den Familien, wobei die meisten gemeinsam Würzburg und das Montemare besuchten. Hier prallten zum ersten Mal die Kulturen aufeinander (die Gemütlichkeit der Südländer).
Schnell stellten wir jedoch fest, dass die Spanier auch nur Menschen sind, denen das `cerveza alemana` und diverse andere deutsche Spezialitäten sehr gut schmecken. So trafen wir uns Abend für Abend und machten im Laufe dieser Woche gemeinsam das Nachtleben Aschaffenburgs unsicher. Aber unsere spanischen Freunde hatten tagsüber keine Zeit, sich von den Strapazen der vergangenen Nacht zu erholen, denn es gab einiges zu besichtigen (Brauerei Miltenberg, Stadt Nürnberg, Frankfurt und Bäckerei Hench).




Die langen Nächte hinterließen ihre Spuren in den müden Gesichtern der Spanier, da sie auf ihre gewohnte Siesta verzichten mussten. Am Ende war nicht mal das Kollegstufenzimmer vor den erschöpften Spaniern sicher; nach dem ganzen frühen Aufstehen kam ihnen das `Sofazimmer` zu verlockend vor und sie beschlossen deshalb, dort ein kleines Nickerchen zu machen. Nach einer ausgiebig durchfeierten Abschiedsnacht traf sich am 2.2. 2007, dem letzten Morgen, ein müder Haufen zum spanischen Frühstück. Darauf folgte ein tränenreicher Abschied, aber nicht für immer: Vamos! Barcelona wir kommen März 2007. Olè Kartofn!

(Vielen Dank für die Organisation des Austauschs an Frau Pürckhauer, Frau Bär, die spanischen Lehrkräfte und Herrn Hench)
Elena Michenfelder, Larissa Zimmermann, 11d
Und der Kommentar der Spanier:
Hoy es el último día que pasamos en Aschaffenburg y no queremos irnos porque ha sido una semana intensa e inolvidable.
Todos estamos de acuerdo en que nuestras familias nos han tratado muy bien y que queremos repetir la experiencia.
Hemos visitado sitios muy interesantes, sobre todo por las noches J, pero lo mejor son las amistades y más que amistades que hemos hecho aquí. Os aseguramos que pasaréis una semana estupenda en Barcelona.
La playa os está esperando.
Desde un pequeño bar cerca de la estación nos despedimos. Küsschen!!
P.D. Vamos a la playa oh oooh oh ♫.
Mercé, Ari, Patri, Bego, Ramón, Laia y Pau, María y Amanda
Erster Austausch mit Spanien (Main-Echo, 02.02.07)
15 Schüler aus Barcelona zu Gast in Aschaffenburg - Kontakt zur dortigen Schule auf privater Basis vermittelt

Aschaffenburg. Eine Partnerschule in Spanien hat das Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium seit sechs Jahren gesucht. Nun ist man fündig geworden: 15 Austausch-Schüler aus Barcelona besuchten diese Woche Aschaffenburg. Deutsch als Fremdsprache lernen nur fünf von ihnen. Verständigungsprobleme rief das nicht hervor - die Aschaffenburger Elftklässer lernen seit zweieinhalb Jahren Spanisch, alle Schüler sprechen Englisch. Zeigen muss sich jedoch, ob aus der Premiere ein Austauschprogramm wird. »Das hängt von den spanischen Eltern ab«, sagt Martina Bär aus der Fachschaft Spanisch am Dalberg-Gymnasium, die den Austausch unterstützt. Die Zahl der Schüler am Institut De?Ensenyament Secundari (katalanisch für Gymnasium; kurz: IES) Joan Boscá in Barcelona, die Deutsch lernen, schwanke von Jahrgang zu Jahrgang. Kollegin Barbara Pürckhauer ist optimistisch: Sie setzt auf den kulturellen Austausch, den zehn von 15 Eltern bereits in diesem Jahr unterstützt hätten, auch wenn ihre Kinder die Sprache des Gastlandes nicht lernten. »Von Seiten der Schule in Barcelona sieht es wohl auch gut aus«, ergänzt sie. Im Jahr 2000 hatte Pürckhauer begonnen, Spanisch als spät beginnende Fremdsprache (zusätzlich, ab Klasse 11) am Dalberg-Gymnasium zu unterrichten; seit 2002 wählen Neusprachler das Fach auch als dritte Fremdsprache (ab Klasse 9). Knapp sechs Jahre hatte die Schule nach einem geeigneten Austauschpartner gesucht. Beim Informationsabend zur dritten Fremdsprache im vergangenen Jahr fragte Pürckhauer die Eltern nach privaten Kontakten. Zum ersten Mal mit Erfolg: Familie Hench vermittelte den Kontakt nach Barcelona, wo Margarita Schäfer, die Cousine des Main-Back-Geschäftsführers Bernhard Hench, am IES Joan Boscá unterrichtet. Hench hatte die Gruppe gestern eingeladen. In der Mainaschaffer Großbäckerei formten die Gastschüler früh um Sieben Brezeln und frühstückten anschließend. Außerdem auf dem Programm: Fahrten nach Nürnberg und Frankfurt, eine Stadtführung in Aschaffenburg sowie Miltenberg mit Besichtigung der Altstadt und einer Brauerei. Auch die Residenz in Würzburg haben die Gäste gesehen, privat organisiert am Wochenende. Den Gegenbesuch in Barcelona statten die deutschen Schüler der katalanischen Hauptstadt in der Woche vor den Osterferien ab. Silvia Maier
Lehrerfortbildung Spanisch in Granada, 16.- 29. Oktober 2005
Warum ist das Karl-Theodor-von Dalberg Gymnasium privilegiert?
Als einer von nur 12 Spanischlehrern aus ganz Deutschland wurde mir gestattet an einer der besten internationalen Fortbildungen teilzunehmen. In Zeiten wachsender Bedeutung des Spanischen an Bayerns Schulen und besonders am Dalberg-Gymnasium (jährlich mehr Klassen, die Spanisch wählen; der erste Leistungskurs Spanisch 2005 Spanisch ist ab der 9. und ab der 11. Klasse wählbar!) ist es unabdingbar, auf dem neuesten Stand zu sein. Leider sind intensive Lektüre und Recherche bei der täglichen Unterrichts-, Vorbereitungs- sowie Korrekturzeit illusorisch und das Studium liegt bereits zehn Jahre zurück.
Umso dankbarer war ich für einen großzügigen Reisekostenzuschuss im Rahmen des Sokrates/Comenius 2.2.c Programmes, der die Teilnahme an diesem Kurs erst ermöglicht hat.
Ziel dieser internationalen Fortbildungskurses mit Teilnehmern aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland war, uns eine Goldgrube an sprachlichem Unterrichtsmaterial zu liefern. Darüber hinaus konnten wir uns mit Fachkollegen austauschen und internationale Beziehungen knüpfen, die nicht zuletzt dem geplanten Sprachen-Comeniusprojekt für die nächsten Jahre zugute kommen werden. Selbst der Besuch einer Spanischen Schule stand auf dem Programm, der IES Mariana Pineda in Granada.
Der Spanischlehrerkurs hat sich jedoch nicht nur deswegen gelohnt als Lehrer wurden wir als eine Klasse von 30 Personen in das Schülerdasein zurückversetzt! Am eigenen Leib spürten wir wie es ist, das Gefühl einen Aufsatz auf Kommando schreiben zu müssen, überhaupt als Individuum in einer Klasse von 30 wahrgenommen zu werden, Grammatik zu diskutieren, aber auch die Gruppendynamik, den Klassenzusammenhalt sowie die Wirkung von Lehrern und ihrer Methoden auf Schüler zu erleben.

Aus diesem Kurs ziehe ich eine äußerst positive Bilanz und wünsche jedem Kollegen, selbst einmal daran teilnehmen zu können, auch wenn man stets darauf gefasst sein muss, dass Schwierigkeiten auftreten (die Termine sind überaus knapp geplant und unsere Unterkunft schickte uns in die teuer bezahlte Gastronomiewüste).

Fazit: Ich habe zwar 4 Kilo abgenommen , aber dafür unbeschreiblich viel gelernt: Danke dem europäischen Geist, der diese internationale Zusammenarbeit möglich macht! Von meiner neugewonnenen Motivation, interessantem Material und europaweiten Kontakten werden selbstverständlich auch meine Kollegen und Schüler profitieren.

A. Mueller