
| Sprachliches Gymnasium | Musisches Gymnasium | Bilingualer Unterricht | Angebot Wahlunterricht | Ganztags-angebot |
Eine kühle, klare italienische Nacht im Großraum Venedig – 18 Personen mit dunklen Koffern unbekannten Inhalts verlassen gegen 0 Uhr Ortszeit das Roulette und treten durch Milchglastüren in ein schmuckloses Foyer, wo sie bereits erwartet werden.Nun, auch wenn das Roulette eigentlich nur das Kofferband war, das das Casino von Venedig als Werbegag eingefärbt hat, und das Foyer nur die zweckmäßige Empfangshalle des venezianischen Flughafens Marco Polo war, kühl war es auf jeden Fall – und spät auch; um genau zu sein: Es war die Nacht von Freitag, 19. März auf Samstag, 20. März. Und selbst die Koffer waren vorhanden, wenn es sich auch nicht unbedingt immer um dunkle Exemplare handelte.
Die Menschenmenge, die uns bereits erwartete, waren selbstverständlich zunächst unsere Austauschpartner und dann ein größerer oder kleinerer Teil der dazugehörenden Familie, die uns außerordentlich herzlich begrüßten und schließlich in das Haus bzw. meist die Wohnung brachten, die wir für die nächsten 6 Tage als unser Zuhause bezeichnen durften. Und die Familien gaben sich größte Mühe, uns ihre Wohnstätte wirklich zum Heim zu machen! So umsorgt schliefen wir etwa 6 bis 7 Stunden – denn bereits am nächsten Tag begann das Programm in der Schule, ist doch Samstagsschule in Italien für alle höheren Klassenstufen üblich.
Die Begrüßung erfolgte musikalisch – zwei Schülerinnen sangen ein Duett und ein Schüler spielte zwei klassische Stücke am Piano, worauf das Austeilen des vorläufigen Programms folgte. Nach einer angeregten Diskussion über eben dieses wurden wir in eines der Herzstücke des Liceo Scientifico Statale Giordano Bruno eingeführt, nämlich in einen der perfekt ausgestatteten Chemiesäle. Während sich die deutsche Chemielehrkraft nicht nur um die zu haltende Stunde kümmern muss, sondern auch die Experimente selbst vorbereitet und durchführt – und danach entsorgt -, gibt es hierfür in Italien für jeden Saal ein Helferlein, das genau diese Arbeiten, die mit dem Lehren selbst nichts zu tun haben, übernimmt und somit den Lehrer entlastet. Frau Leeb übte beim Synchronübersetzen ihr Fachvokabular, wir beobachteten die äußerst farbigen Entfärbungen verschiedener Stoffgemische und stellten Vermutungen über die Reaktionsgeschwindigkeit an.
Doch nicht nur die Chemie hat Adlati, wie wir in der folgenden Hausführung feststellten, die ganze Schule wimmelt von verschiedenen Angestellten: Sammlungsleiter, Hausmeister, Reinigungskräfte, Sekretärinnen, Empfangsdamen, naturwissenschaftliche Helfer und wohl auch noch einige Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben mehr, die wir nicht sahen.
In der dritten und vierten Stunde (die, wie alle Schulstunden hier übrigens je 55 Minuten dauerten), suchten wir verschiedene Klassen auf, um den italienischen Lern- und Lehrallltag direkt kennen lernen zu können.
Dann folgte die Party di Benvenuto, also die offizielle Willkommensparty, bei der wir uns bereits von der Qualität des italienischen Essens überzeugen konnten (Wie es ein Vater formulierte: „Wir essen nie viel, aber immer gut.“). Dieses Mittagessen versöhnte einige wieder mit dem Tag, war doch das Frühstück überall, wie nun mal in Italien üblich, sehr schlicht ausgefallen: Joghurt oder Kekse, vielleicht gebutterter Zwieback mit Marmelade oder ein Brioche, dazu ein caffé, also ein Espresso, würde doch ein Italiener jedem von deutschem Filterkaffee abraten (Und, um meine ganz subjektive Meinung einzubringen: Zu recht, wenn man den italienischen caffé kennt.), oder eine Tasse Tee waren alles – doch auch daran gewöhnt man sich schnell, so seltsam das klingen mag.
Am Abend besuchten wir ein Klavierkonzert im Palazzo Albrizzi, einer Zweigstelle des Goethe-Instituts im Zentrum von Venedig, wo wir nach dem eigentlichen musikalischen Teil, der in einem großartigen Saal mit Damasttapisserie und roten Türstöcken, die wie Marmor schienen, jedoch aus Holz gefertigt waren, mit Möbeln und Spiegeln des 18. Jahrhunderts stattfand, bat man uns freundlich zu einem Empfang mit einem italienischen Sekt-Cocktail und kleinen Pizzateilchen, Sardellen-Blätterteil-Gebäck und - für den süßen Zahn -Kleingebäck mit Zucker- oder Schokoladenguss.
Für den Rest des Abends hatten unsere Partner einen Rundgang durch Venedig vorbereitet, bei dem uns die bekanntesten, schönsten und schaurigsten Legenden Venedigs erzählt, vorgelesen oder szenisch dargestellt wurden.
Der Rest des Abends wurde entweder in einer Diskothek oder bei einem Spaziergang durch Venedig verbracht, den man bei frittiertem Mozzarella mit Schinken und einem Glas Sprizz ausklingen ließ.
Der folgende Sonntag wurde in den Familien verbracht, die das Programm unterschiedlich gestalteten.
Auch der Montag war musikalisch gestaltet: Eine Band aus Mestre spielte einige ihrer Stücke, darunter eines mit dem Titel Cipolla, zu Deutsch: Zwiebel. Als Kontrast - bekanntlich machen Gegensätze ein Menü erst schmackhaft - folgten zwei Stücke auf dem Cello. Bevor jedoch unsere letzten beiden italienischen Unterrichtsstunden für diesen Tag, eine Doppelstunde Sport, in der die deutsche Mannschaft durch einen fatalen Fehlanschlag durch den Schreiber doch noch die Partie Volleyball gewann, anbrachen, folgte ein Besuch der Biologiestunde, in der anhand einer hochmodernen CD-Rom die Mendelschen Regeln erläutert wurden.
Den Nachmittag verbrachte die Gruppe in einem Einkaufszentrum, das nach widrigen Umständen doch noch erreicht wurde. Wir bemerkten, dass ein – von keinem eingehaltener - theoretischer Treffpunkt für 16 Uhr nichts nützt, wenn der Bus schon vorher abfährt.
Am nächsten Tag machten wir in der Schule einen Sprung in die aktuellste Gegenwart mit dem sozialkritischen Film Come tu mi vuoi, der auf unterhaltsame Weise von Konsumlust, Oberflächlichkeit und Schönheitswahn der italienischen Großstadtjugend erzählt.
Nach einem Spaziergang durch den nahen Park von Mestre ging es nun wirklich nach Venedig – mit einer enormen Neuerung gegenüber den letzten Austauschen: Erstmals wurde eine Stadtführerin herangezogen, um nicht nur die schönsten Teile der Stadt vorzustellen, sondern auch von Besonderheiten und Geschichte einzelner Orte zu berichten. Da wäre zunächst einmal das Ghetto, das erste seiner Art, in dem jahrhundertelang die jüdischen Geldverleiher lebten und ihre Insel zum Blühen brachten. Heute versucht die israelische Gemeinde, Venedig wieder zum kulturellen Zentrum zu machen. Auch die Fondata dei Tedeschi, die ehemaligen Niederlassung der deutschen Händler und eines der prunkvollsten Gebäude am Canale Grande oder das Ca’ d’Oro, ein spätgotischer Palazzo an derselben Wasserstraße, dessen Schauseite dereinst komplett vergoldet war, wurden von außen bzw. innen betrachtet. Auf dem Weg gab es viel zu sehen: Enge Gässchen, prachtvoll ausgebaute Balkone, Turteltauben auf einer Brücke, bei denen es nach längerem Verliebt-Tun dann doch um den Artfortbestand ging, kleine Gärten und die immer wieder vollkommen unerwartet auftauchende Kirchen und Kapellen, blaugrüne Kanäle und dergleichen mehr. Zwei Stunden und ein paar Panikanrufe später (wegen im Gewühl aus eigener Unachtsamkeit verloren gegangener Schüler) qualmten uns die Füße (vom Laufen), die Köpfe (wegen des hervorragenden Wetters) und die Augen (vom Gucken).
Zum Abendessen traf man sich in Mestres Hofbräuhaus names Koflers: Ein Restaurant mit riesigem Kellergewölbe, wo man nicht nur deutsches Bier zu horrenden Preisen, sondern auch hervorragende Pizzen verschiedenster Variationen zu vertretbaren Preisen anbietet.
Was nicht versäumt werden darf, ist eine Erläuterung, wie
1. eine Pizza dort aussieht.
2. eine Pizza dort anständig gegessen wird.
Ad1: Die Pizzen bestehen nur aus dem phänomenal guten Teig und der Tomatensoße darauf. Alle anderen Zutaten, wie etwa Rucola, Mozzarella, Schinken usw. liegen roh entweder auf der Pizza oder auf einem extra Tellerchen, sodass die Pizzen nach eigenem Geschmack zusammengestellt werden können.
Ad2: Man schneide ein relativ großes dreieckiges Stück aus der Pizza (Ja, das muss man selbst machen, vorgeschnitten wird nichts.), kappe mit Messer und Gabel die Spitze ab und verspeise sie. Ist dies erfolgt, klappe man das Stück der Länge nach zusammen und esse es von vorn nach hinten.
Diese Technik hat den unschätzbaren Vorteil, dass kein Stück des Belags herunterkullern kann und somit der Pizzagenuss nicht nur optisch, sondern auch kulinarisch ein wahres Fest wird. Auch der Verzicht auf das Mitbacken von Käse hat seinen Sinn: Abgesehen vom angenehmen Temperaturunterschied im Mund (erneut: Kontraste), den der warme Teig und der kalte Käse hervorrufen, verbrennt man sich am erhitzten Fett des Käses nicht die Zunge oder den Gaumen.
Bereits am Tag darauf hatten die 18 ehrenwerten Signori und ihre Begleitung Kontakt mit der italienischen Finanzpolizei, der soweit führte, dass die Beamten keinen anderen Ausweg sahen, als die gesamte Gruppe mit dem Polizeiboot abzutransportieren. Wer nun an die oben erwähnten Koffer denkt, dem sei gesagt, dass diese damit nichts zu tun hatten.
Nein, vielmehr war diese Fahrt ein Ausflug auf die drei wichtigsten Inseln rund um Venedig: Murano, Torcello und Burano. Die Guardia di finanza vermietet nämlich nicht nur ihre Boote für ausgewählte Gruppen, sondern stellt auch zwei Beamte für die Fahrt.
Und so sahen wir nicht nur die berühmten Glaslüster in einer der Glasbläsereien auf Murano, wo wir bei der Herstellung einer Vase mit kompliziert verschlungenem Hals anwesend waren, sondern konnten auf Torcello auch den angeblichen Thron des Hunnenkönigs Attila sehen und testen – ohne jedoch zuvor darüber aufgeklärt worden zu sein, dass jeder, der Platz nimmt, den Sitz mit einer stark erhöhten Wahrscheinlichkeit einer baldigen Schwangerschaft wieder verlässt.
Es folgte Burano, die Insel der bunten Häuser, wo – wie eigentlich sonst nur in Mittel- und Süditalien üblich – die Wäsche der Bewohner quer über die Gassen, Plätze und Balkone hängt, und wie bunte Wimpel vor der farbenfrohen Häuserfront im Wind flattert. Man hörte, dass die Insel nach unserem Besuch tagelang ohne Post auskommen musste, kauften wir doch die tabaccherie leer – zumindest, was Briefmarken angeht: Von den insgesamt georderten 25 erhielten wir nur 16 Stück – mehr gab es nicht mehr.
In Venedig legten wir an genau der richtigen Stelle der Stadt an: An der Eisdiele, die die gefrorene Vorstufe der wohl beliebtesten Nuss-Nougat-Creme Deutschlands herstellt und verkauft.
Unseren letzten vollen Tag in Italien verbrachten wir in Verona – der Stadt der Arena, der Romeos und Julias, der Eleganz. Absoluter Magnet für alle Touristen ist das Haus der Julia; wo unzählige Paare ihre Namen auf Zetteln an die Wände geklebt haben, um Julia um Schutz ihrer Liebe zu bitten; wo es üblich ist, den berühmten Balkon, der dort in den 1930ern angebracht worden ist, zu betrachten; und es absolut obligatorisch ist, die rechte Brust der Statue der Julia, die dort in den 1970ern vom Lions Club aufgestellt worden ist, zu berühren, sagt doch die Legende, dass man sonst niemals heiraten werde. Dies wurde zwar von einigen Besuchern auch als Chance aufgefasst, aber riskieren wollte es dann doch lieber keiner. Wenn auch ein Beweisphoto für die Durchführung des Rituals nicht zwingend notwendig ist, wird es doch mehrheitlich dringend verlangt.
Zum Abendessen traf sich die fröhliche Runde in einem ausgesprochen speziellen Lokal, das zwar auch für seine hervorragenden halben Hähnchen bekannt ist, aber noch viel mehr für seine Erdnüsse. Diese liegen nämlich an jedem Tisch in wahren Massen kostenlos aus, und der Gast ist nicht nur dazu angehalten, sie zu verspeisen, sondern auch, die Reste einfach auf den Boden zu werfen. Wie lange es dauert, bis die Ersten beginnen, mit besagten Schalen unauffällig um sich zu werfen, kann sich ein jeder wohl gut vorstellen. Dass dies noch dazu mit fettigen Fingern, die vom manuellen Verzehr der schmackhaften Vögel herrühren, ganz außergewöhnlich viel Freude bereitet, ist wohl auch klar.
Der Freitag war geprägt vom Abschied von unseren Partnern und Freunden, der jedoch überraschend tränenarm ausfiel: Alle sind sich sicher, dass es nicht die letzte Begegnung war.
Und so verlassen die 18 ehrenwerten Signori mit ihren prall gefüllten Koffern wohl kulinarischen Inhalts die Serenissima und ihre Schwester Mestre an einem bewölkten Tag gegen Vormittag.
„Signore und Signori, die Serenissima und ihre Schwester sind bereit,
Sie jederzeit wieder zu empfangen.“
An dieser Stelle gilt es, sich zu bedanken:
Zunächst bei Frau Leeb, die den Austausch vorbereitet und betreut hat.
Dann bei Herrn Drabke, der zuverlässig die nötige Ruhe ausstrahlte.
Bei Frau Tessari, der Deutschlehrerin unserer Austauschpartner, die den Austausch auf italienischer Seite geplant hat.
Bei unseren Partnern und ihren Familien, Freunden und Bekannten, die innerhalb von weniger als einer Woche zu unseren Freunden und unserer Familie geworden sind.
Marian Hefter, 10b_b


„Ne, echt jetzt oddä wie?“ – wem dieser Spruch zwar aus einer Tagezeitung bekannt vorkommt, ihn jedoch immer als überspitzt abgetan hat, war offensichtlich nicht anwesend, als uns Frau Leeb offenbarte, dass wir unsere italienischen Austauschschüler am Sonntagmorgen abholen sollten - „Die Italiener kommen dann so gegen 1 bei uns an.“ Na super. Besser gleich die Nacht durchmachen? Oder lieber noch mal eine Runde schlafen? Das war jetzt die Frage, und es blieben ja immerhin noch mehr als zwei Wochen Zeit, in denen jeder für sich eine Entscheidung treffen konnte.
Doch das ging schneller als gedacht, und ruck-zuck saß man leicht übernächtigt mitten in der Nacht mit einem genauso müden Italiener im Auto, auf dem Weg nach Hause. Ein kurzes Kennen lernen, und ab ins Bett.
Der Sonntag wurde dann allgemein morgens recht locker begonnen, mit einem ausgedehnten Frühstück. Aber was ist ausgedehnt? Naja, sind Kuchen, Croissant, Butter, Marmelade, Käse, Schokoladencreme, Tee, Kaffee und dergleichen mehr wirklich schon viel? Ohja, und schon lernte man den ersten kulturellen Unterschied kennen – mehr als ein paar Kekse und etwas Espresso (Was auf Italienisch übrigens nicht einen Mokka, sondern einen Eilbrief bezeichnet, Espresso hingegen ist schlicht „caffè“) sind nicht üblich.
Aber gut, kein Problem, und somit wurden unsere Gastschüler am Mittag dann bestens auf verschiedenen Weihnachtsmärkten versorgt. Bratwurst fand großen Anklang, Zwiebelkuchen hingegen eher nicht; Zwiebeln werden in Italien – Unterschied Nummer 2 – nicht so gerne verwendet. Nun gut, dann sind wir froh dass es auch Crepes und Glühwein gibt.
Am Montag standen eine Schulhausführung und Unterricht auf dem Programm. Im Sportunterricht lernten die (männlichen) Schüler die zweifelhaften Freuden des Reck-Turnens kennen, wurden dann aber durch ein Italien-Deutschland-Fußballspiel entschädigt. Und diese Entschuldigung setzte sich in der 7. Stunde fort, als in der Bibliothek die Willkommensparty stattfand. Bei Kuchen, Brezeln (auch sehr beliebt!) und Salat wurde das Ankommen gefeiert und für die Stadtführung Energie gesammelt.
Diese führte von der Sandkirche über die City-Galerie, Herstallstraße, Stiftskirche und schloss unweigerlich am Weihnachtsmarkt – was von den Routenplanern nicht unbedingt unbeabsichtigt war. Allerdings nieselte es, und so verlagerte sich alles in die City-Galerie, wo dann sechs Italiener/innen den Entschluss fassten, dieses während der Stadtführung erwähnte „Schlappeseppel“-Bier mal zu kosten (zum Glück waren unsere Austauschschüler älter als wir, so dass hier kein Konfliktpotential bestand). Die urige Atmosphäre und weitere Brezeln sagte unseren Gästen sehr zu.
Damit die Schule in Mestre finanzielle Zuschüsse zum Austausch erhält, wird jedes Jahr im Austausch von allen Schülern gemeinsam stets ein kleines Projekt erarbeitet. Dieses Jahr ging es um die Aschaffenburger Musikszene. Trotz widriger Umstände („Wo treffen wir uns wegen dem Projekt jetzt gleich? Medienraum? Ne? Ja?“/“Was? Ihr wollt jetzt alle in den Computerraum“ Ne! Hier ist Unterricht!“) gelang es doch noch, ein paar Kleinigkeiten zusammenzustellen; Reportagen, Interviews und Vorspiele geben jetzt einen guten Einblick in das musikalische Leben unserer Stadt und wir sind sehr gespannt, was uns bezüglich dieses Themas in Mestre erwarten wird.
In Aschaffenburg erwartete unsere Austauschschüler noch ein Besuch im Rathaus, wo sie von Bürgermeister Elsässer persönlich begrüßt wurden, der ihnen in einem echten Sitzungssaal bei Wasser und Saft (Wein gibt es leider nur für erwachsene Gäste…) interessante Informationen über ihre Partnerstadt Aschaffenburg gab. Besonderes Lob gab es dafür, dass die Italiener/innen sich wirklich interessiert zeigten und den Bürgermeister nahezu löcherten mit Fragen zum Haushalt, der Finanzierung der Schulen und der Mülltrennung und -entsorgung in Aschaffenburg, die er ausführlich beantwortete.
Den Mittwoch verbrachten die Italiener zusammen mit Herrn Ott in Frankfurt, während die deutschen Schüler ihren schulischen Alltagsgeschäften nachgingen. Tief beeindruckt von Goethehaus, Römer und Zeil gab es am Abend, als wir fast alle zusammenkamen, genug Gesprächsstoff.
Am Tag darauf fuhren wir alle gemeinsam nach Heidelberg, zur „Nationalruine der Deutschen“, zum Heidelberger Schloss. Es ergab sich ein wundervoller Blick über die Altstadt, den Neckar und das Gebiet ringsum. Doch von luftiger Höhe – der Aufstieg brachte viele zum Keuchen – ging es hinab in die Kellergewölbe, zum bekannten Heidelberger Fass, welches über 200.000 Liter wein aufnehmen kann –wohl allerdings nur Cuvee. Es wurde in der Vergangenheit auch für Tanzveranstaltungen genutzt – auf einem Balkon auf der Oberseite. Nach dem Besuch des Deutschen Apothekenmuseums, welches auch im Schloss untergebracht ist, stand der Rest des Nachmittages zur freien Verfügung und wurde überwiegend dazu genutzt, um einzukaufen. Mehrere Gastschüler konnten sich nach diesem Mittag mit Wollmützen in Tierform schmücken – vom Frosch über den Pinguin bis zum Panda ging da die Palette. Der Freitag stand bereits ganz im Zeichen des Aufbruchs am nächsten Tag. Dennoch war zunächst einmal Unterricht angesagt: die Besprechung des Films „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“, der von Jugendlichen der 70er Jahre in Ost-Berlin erzählt, wurde jäh durch zwei entschiedene Faktoren unterbrochen:
1. Die Nikolausaktion stattete uns einen Besuch ab, und unsere Gäste ließen es sich nicht nehmen, ein italienisches Weihnachtslied vorzutragen, auch zwei Schüler über die Rute springen zu lassen und Schokolade und Nüsse zu erhalten.
2. Der Stecker des DVD-Wagens wurde beim Stolpern über das Kabel unglücklicherweise (Naja, also gut: versehentlich trifft’s wahrscheinlich besser) aus der Buchse gerissen.
Also nutzten wir die restliche Zeit der Stunde, um ein Gruppenfoto zu machen.
Nach einem sehr geselligen Abend, der als Abschiedsparty (Man muss die Feste feiern, wie sie fallen…) gut rumgebracht wurde, mussten unsere Gäste am Samstagvormittag abreisen. Na dann – bis März, nicht im nassen, vorweihnachtlich-beleuchteten Deutschland, sondern im hoffentlich dann schon sonnenverwöhnten, farbenfrohen Italien!
Marian Hefter, 10b

Austausch Aschaffenburg-Mestre 2008/2009 PROGRAMM
Montag, den 8.12.2008
Aschaffenburg
Ankunft der italienischen Austauschpartner in Hahn
Transfer nach Aschaffenburg (Bus)
Abholung der Austauschpartner an der Schule (Änderungen per Telefonkette)
Unterbringung in Familien

Dienstag, den 9.12.2008
Aschaffenburg
Begrüßung der Gäste durch die Schulleitung
Teilnahme am Unterricht
Schulführung der italienischen Gäste
Teilnahme am Unterricht
Mittagspause in der Schule (Mensa)
Stadtführung durch die deutschen Austauschpartner (ca. 1½ - 2 Std.)
Rest des Nachmittags zur freien Verfügung

Mittwoch, den 10.12.2008
Würzburg
Treffpunkt Schule
Abfahrt nach Würzburg
Führung UNESCO-Weltkulturerbe Residenz (1½ Std.)
Zeit zur freien Verfügung
Rückfahrt nach Aschaffenburg
Ankunft in Aschaffenburg
Donnerstag, den 11.12.2008
Frankfurt
Treffpunkt Schule
Abfahrt nach Frankfurt
Führung im Goethe-Haus (ca. 1½ Std.)
Zeit zur freien Verfügung
Rückfahrt nach Aschaffenburg
Ankunft in Aschaffenburg
Freitag, den 12.12.2008
Großostheim
Treffpunkt Schule
Führung Hexenturm, Heimatmuseum und Riemenschneider-Altar
Rückfahrt nach Aschaffenburg
Rückkehr zur Schule
Mittagspause in der Schule (Mensa)
Gemeinsame Arbeit am Projekt
Samstag und Sonntag (13. und 14.12.2008)
Bei den Familien (zur freien Verfügung)
Montag, den 15.12.2008
Aschaffenburg
Treffpunkt Schule
Teilnahme am Unterricht
Abschluss der Projektarbeit
Mittagspause in der Schule (Mensa)
Abfahrt der Gruppe
Mestre: 23. März 2007 bis 30. März 2007 Freitag, 23.3.07 Nach langem Warten war es heute endlich soweit: alle Koffer waren gepackt (wobei sie aufgrund der Regeln der Fluggesellschaft höchstens 15 kg wiegen durften, was einigen von uns Probleme bereitete) und wir trafen uns um 11.00 Uhr an der Schule. Nachdem die Eltern, Geschwister und Freunde verabschiedet waren, ging es mit dem Bus zum Flughafen nach (Frankfurt, haha)- Hahn. Nach ungefähr 2 Stunden Fahrt kamen wir am Flughafen an und gaben nach ein wenig Wartezeit schließlich unser Gepäck auf. So manches Kleidungsstück wanderte hierbei noch ins Handgepäck anderer Mitreisender aus Angst, Gebühren für Übergewicht bezahlen zu müssen, so dass wir auch in der langen Schlange noch unseren Spaß hatten. Nach einiger Wartezeit und der Handgepäckkontrolle konnten wir dann nach erneutem Anstehen endlich mit schmerzenden Füßen und ein wenig ungeduldig in den Flieger einsteigen. Ohne Probleme landeten wir nur ca. eine Stunde später wohlbehalten in Treviso, wo die italienischen Gastfamilien schon auf uns warteten. Nach der ausgiebigen Begrüßung, bei der wir den Flughafenbetrieb etwas aufhielten, fuhr dann jeder mit seiner Gastfamilie zurück nach Mestre, eine kurze Autofahrt von nur einer halben Stunde. Das Wetter war an diesem Ankunftstag natürlich besser als in Deutschland, Sonnenschein anstatt Regen bzw. sogar Schnee, den wir glücklich hinter uns gelassen hatten. Noch wussten wir zum Glück nicht, dass sich dieses Missverhältnis im Laufe der Woche leider umkehren sollte L Nachdem alle mit ihren Familien zu Abend gegessen und die Koffer ausgepackt hatten, trafen sich die meisten um ca. 21.00 Uhr noch einmal, um den ersten Abend in Italien zu feiern und um auf die kommende Woche anzustoßen, bevor alle müde ins Bett fielen. Auch unsere Begleitlehrer Frau Leeb und Herr Kerler ließen sich an diesem Abend bereits kulinarisch in Mestre verwöhnen, wobei so manche vorher unbekannte flüssige sowie feste Nahrung mit Freude zu sich genommen wurde. Christina Aulbach & Julia Dahlheimer Am Flughafen
Samstag, 24.03.2007 Am Samstag, unserem ersten richtigen Tag in Mestre, haben wir uns alle erst mal vor der Schule, dem Liceo Giordano Bruno, getroffen, um uns zunächst einmal über unsere Unterbringung etc. auszutauschen und Frau Leeb und Herrn Kerler zu versichern, dass es allen gut ging. Hierbei hatten wir Gelegenheit, das bunte Treiben vor der italienischen Schule zu beobachten. Nach ein wenig typisch italienischer Wartezeit haben wir dann im Computerraum einen von Schülern des Giordano Bruno selbst gestalteten Film über die Schule und ihre Aktivitäten im Rahmen des Europäischen Comenius-Austauschprogramms angeschaut. Danach fand die offizielle Begrüßung durch die italienische Schulleiterin statt, die uns unerwartet ein paar Fragen auf Italienisch stellte (die wir aber ganz gut meisterten), uns danach aber mit einem Teil ihrer Rede in fließendem Deutsch überraschte. Anschließend haben wir einen kleinen Rundgang durch die Schule gemacht, bei dem wir feststellten, dass das Gebäude sehr modern und sehr gut nach neuesten technologischen Gesichtspunkten ausgestattet ist. Noch vor der ersten Pause wurde uns dann von einem Schüler die sehr professionelle und interaktive Schulhomepage vorgestellt. Seltsam: obwohl er für unsere Verhältnisse sehr schnell sprach, hatten wir nur wenige Probleme, ihm zu folgen und waren sehr stolz auf uns. Nach diesen informativen Stunden hatten wir erstmal Pause; doch dann hieß es weiter mit dem Unterricht. Wir sind in den Deutschunterricht einer 5.Klasse gekommen (im italienischem Schulsystem die ältesten Schüler des Gymnasiums), wo die Schüler versuchten, uns ihre italienischen Lieblingsbücher vorzustellen. Schließlich sollten wir dann selber spontan unsere deutschen Lieblingsbücher vorstellen, was nicht nur daran fast scheiterte, dass wir offenbar kaum deutsche Autoren, sondern zumeist nur Übersetzungen aus dem Ausland lesen
Aber das Ziel der Lehrerin, Einblicke in unsere gegenseitigen "Welten" zu gewinnen, wurde zum Glück nicht verfehlt, denn mit der Zeit schmolz das Eis und die Kommunikationsprobleme wurden überwunden. In der Mittagspause hatten unsere Austauschpartner in der Schule ein herrliches "Picknick" im Klassenzimmer vorbereitet, wo wir uns mit allerlei Köstlichkeiten (Pizza, Foccaccia, Kuchen, Kekse, Nudelsalat etc.) den Bauch voll schlagen konnten, bis es dann nach diesem anstrengendem Vormittag dann aber endlich hieß: auf nach Venezia, dem Traum aller Touristen J Venedig ist einfach wunderschön und entsprach total unseren Vorstellungen. Überall sind kleine Gassen, in denen sich noch kleinere Geschäfte verbergen, außerdem gibt es viele schöne Brücken und man findet natürlich auch überall die typisch venezianischen Gondeln und Masken. Immer wieder hielten wir auf dem Weg vom Bahnhof an der Piazzale Roma ins Zentrum an und bekamen von unseren Austauschpartnern Ausschnitte aus Goethes Italienischer Reise vorgelesen (natürlich standesgemäß auf Deutsch), in denen er sich auch mit Venedig beschäftigt hatte. Natürlich haben wir auch die weltberühmte Piazza San Marco besichtigt, auf der es wirklich nur so von Tauben wimmelte, die Rialtobrücke die, die älteste der drei Brücken, die über den Canal Grande führen, und schließlich haben wir uns auch noch den Markusdom ein bisschen näher von innen angeschaut. Da gerade kein Hochwasser war, waren die Stege, die dann überall aufgestellt werden, um überhaupt die Stadt betreten zu können, nur am Rande der Piazza gesammelt und dienten uns als willkommene Sitzgelegenheit. Aber irgendwie macht es einem schon Angst, wenn man bedenkt, dass diese wunderschöne Stadt so akut vom Hochwasser bedroht wird. Dessen Auswirkungen kann man fast überall in Venedig sehen, auch im Markusdom selbst, in dem sich sogar der massive Steinboden wölbt, so dass sich mittlerweile böse Stolperfallen gebildet haben. Nach der Besichtigung von San Marco hatten wir noch knapp eine Stunde Zeit, um uns Venedig auf eigene Faust ein bisschen näher anschauen zu können, wobei das Shoppen natürlich nicht zu kurz kam. Eine Fahrt in einer Gondel hat natürlich keiner gemacht, auch wenn die Winterpreise vielleicht ein klein wenig günstiger gewesen wären, als die zur Hochsaison
Nach unserer Rückkehr am Abend haben wir uns dann noch mal getrennt: die einen sind in eine Disco gegangen und die anderen haben sich in einer Bar getroffen, um zu ratschen und auf Venedig anzustoßen. Samira Dust & Kerstin Namyslo Gondel in Venedig Auf der Piazza San Marco
Sonntag, 25.03.07 Nach einer langen und natürlich mit Cola ;-) - durchzechten Nacht, trafen sich einige Schüler zum Essen bei einer der Austauschpartnerinnen, wo sie ein ausgezeichnetes italienisches Mittagessen erwartete. Nachdem sich alle ausgiebig bedient hatten, versammelten wir uns vor dem Fernseher, um den Film Tre metri sopra il cielo (Drei Meter über dem Himmel) auf DVD zu schauen, der in Italien besonders bei den Mädchen sehr beliebt ist (was wohl an dem knackigen Hauptdarsteller liegt), und der - wie nicht anders zu erwarten - auch bei unseren deutschen Schülerinnen gut ankam und einige sogar zu Tränen rührte. Während die eine Hälfte der Austauschschüler also vor dem Fernseher die wunderschöne Liebesgeschichte von Babi und Step verfolgte, hatten sich die Anderen auf den Weg in ein Bowling-Center in der Nähe von Mestre gemacht, um dort den Nachmittag auf etwas sportlichere Art und Weise zu verbringen. Auch den Abend verbrachten die Schüler getrennt voneinander: Während sich die Filmbegeisterten geschwächt vom stundenlangen Hocken vor der Glotze auf den Weg auf die Piazza von Mestre machten und nach einer kurzen Window-Shopping-Tour (Shoppen ohne Einkaufen!) den nächstgelegenen Pub ansteuerten, um sich die Bäuche mit leckeren Panini vollzuschlagen, gingen die Sportbegeisterten einem ähnlichen Vorhaben nach, nämlich die nächste Pizzeria anzuvisieren und dort den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Unsere Lehrer verbrachten den autofreien Sonntag im nahegelegenen verregneten Vicenza, wo sie sich allerlei Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel das Teatro Olimpico und die Gemäldesammlung der örtlichen Sparkasse ansahen und ebenfalls ausgiebig die Küche Venetiens genossen. Alles in allem also ein Tag zum Erholen für das restliche Programm, welches uns in der kommenden Woche noch erwartete. Meike Beck & Alessa Facciaponte Beim Bowlen
DVD-Nachmittag
Montag, 26.03.07 Zu Beginn des regnerischen Montagmorgens begleiteten wir die Italiener in die Schule, wo wir die 1. Stunde mit Deutsch- und Matheunterricht verbrachten. Es war schon aufregend, eine Geometrie-Schulaufgabe zu verbessern, die zwar vom Stoff her für uns schon lange her war, wo uns allerdings die sprachlichen Hürden ein wenig von einer schnellen Lösung abhielten. Dank der Kooperation zwischen deutschen und italienischen Schülern und mit Hilfe des "intelligenten Ratens" von Frau Leeb gelang aber auch dieses Experiment und wir (und auch Frau Leeb!) lernten viele neue italienische Wörter aus dem Bereich der Geometrie. Danach wurden extra für uns vom Chemielehrer der Schule zwei Chemiestunden mit interessanten Experimenten vorbereitet. Wir untersuchten, wie schnell Kaliumpermanganat mit Schwefelsäure unter Veränderung der Temperatur, der Konzentration und mit Hilfe von Katalysatoren die Farbe verliert. Wir waren von den doch sehr unterschiedlichen Reaktionszeiten (von 18 Sekunden bis zu 6 Minuten!) überrascht und begeistert und versuchten sogar, unsere neugierigen Fragen in der Fremdsprache zu formulieren. Besonders verblüfft waren wir von der Tatsache, dass solche zeitaufwändigen Experimente normalerweise auch von den Schülern selbst durchgeführt werden und vor allem davon, dass der Chemielehrer eine eigene Assistentin hatte, die ihm alle Vorbereitungen abnahm, so dass er sich darauf konzentrieren konnte, uns wichtige Erklärungen zu liefern. Undenkbar (und vor allem unbezahlbar) im deutschen Schulsystem! Nach einem unterhaltsamen Volleyballspiel im Sportunterricht hatte sich die Sonne doch noch dazu entschieden, uns zu erfreuen, und so konnten wir dann im nagelneu angelegten Park San Giuliano (einer der größten in Europa) Drachenboot fahren. Im Rhythmus von Wir sind klug und wir sind schlau... ruderten wir ...wie die Sau, während unsere italienischen Austauschpartner voga veneziana praktizierten, also auch das Rudern, jedoch auf venezianische Art, also im Stehen, wie die berühmten Gondolieri auf dem Canal Grande. Diese Sportart ist Bestandteil des regulären Sportunterrichts in Mestre, ebenso wie auch Tennis, Schwimmen und Segeln! Zur Belohnung für unsere Mühe beim Rudern und gegen das mulmige Gefühl, das die ein oder andere danach befiel, gingen wir am Nachmittag in Mestre shoppen, und zum Abschluss der bella giornata trafen wir uns alle am Abend und verbrachten diesen im Excalibur, einer beliebten Bar in Mestre. Alexandra Fieltsch & Johanna Schulz Matheunterricht: Geometrie Beim Rudern
Dienstag, 27.03.07 Wie jeden Morgen trafen wir uns alle zusammen gegen acht Uhr vor der Schule unserer Austauschschüler. Doch diesmal unternahmen wir nichts gemeinsam, sondern wir Deutschen fuhren mit dem Bus nach Verona, während die Italiener den Unterricht besuchen mussten. Die Armen
Als wir nach 2 Stunden Busfahrt endlich an unserem Ziel waren (nachdem Frau Leeb dem Busfahrer erst einmal erklären musste, wo er hinfahren sollte und wo er parken konnte!), machten wir uns als erstes auf zum La Tomba di Giulietta, also zum Grab der Julia aus Romeo und Julia oder wie die Italiener sagen Giulietta e Romeo. Anschließend gingen wir in die Innenstadt, wo wir in kleinen Gruppen unsere Freizeit genossen, die Geschäfte der Stadt erkundeten oder Essen gingen. Um 13 Uhr haben wir uns wieder mit der Gruppe getroffen und besichtigten dann in einer 2-stündigen Stadtführung Verona. Zuerst bekamen wir etwas über die Arena di Verona erzählt, in der bald nicht nur die Opernsaison beginnt, sondern wo im Juni diesen Jahres das Musical Giulietta e Romeo des berühmten italienischen Popsängers Riccardo Cocciante uraufgeführt wird. Danach erforschten wir unter fachkundiger Leitung die Altstadt genauer. Unsere Stadtführerin zeigte uns viele, oft versteckte Merkmale verschiedener Epochen, die die Stadt erlebt hatte, an einzelnen Häusern, aber vor allem an deren Fassaden. Wir liefen weiter, vorbei an Romeos Haus, bis zu dem von Julia. Nachdem wir durch den großen Torbogen,, der an allen Seiten mit kleinen Zetteln und Namen von Verliebten beklebt und beschrieben ist, gegangen waren, fanden wir uns in einem kleinen Hof wieder. Der war gerade erst renoviert worden, und inzwischen ist das Anbringen von Liebesbotschaften leider (oder zum Glück?) verboten, so dass man hier nicht mehr in einem Meer von Zetteln ersäuft, die früher zumeist mit Kaugummi überall hingeklebt worden waren. Natürlich hat man nach wie vor die Möglichkeit, Julia um Hilfe in Herzensangelegenheiten zu bitten, dafür gibt es allerdings inzwischen einen profanen Briefkasten. In dem Hof wurden wir alle von Frau Leeb mit der Statue von Giulietta fotografiert, der man der Legende nach an die rechte Brust fassen muss, um Glück in der Liebe zu haben. Witzig, zu beobachten, mit welchen verschiedenen Gesichtsausdrücken die Leute dies tun! Anschließend besichtigten wir das wenig sehenswerte Innere des Hauses von Julia, das als Museum gestaltet ist und bei dem die einzige Attraktion darin besteht, auf den Balkon hinaustreten zu können, auf dem angeblich Romeo Julia nachts besucht hat. Auch hier wurden wir wieder alle im Bild festgehalten. Müde und den Kopf voller neuer Eindrücke kehrten wir anschließend zum Bus zurück, der uns heim nach Mestre zur Schule brachte, wo unsere Austauschschüler bereits auf uns warteten. Später am Abend trafen wir uns dann wie immer in der Stadt, um in eine Bar zu gehen und Spaß zu haben. Nesa Fröhlich LArena di Verona
Spaßvögel vor der Arena Ein Meer von Liebesbotschaften: Casa di Giulietta Statue von Giulietta
Auf Julias berühmtem Balkon
Mittwoch, 28.03.07 Am Mittwoch Vormittag trafen wir uns wie immer um 8 Uhr an der Schule. Danach wurden wir in Gruppen von jeweils 4-5 Schülerinnen aufgeteilt, da wir den Unterricht in verschiedenen Klassen unserer Austauschschule besuchen sollten. Unsere Gruppe besuchte in der 1. Stunde den Biologieunterricht, in dem es um die Beschreibung von Zellen ging. Unglaublicherweise bestand die gesamte Unterrichtsstunde darin, dass der Lehrer aus einem Biologiebuch die entsprechenden Informationen vorlas, die die Schüler dann mitschrieben! In der zweiten Stunde waren wir im theoretischen Kunstunterricht, in dem im Gegensatz zum heimatlichen Kunstunterricht - vor allem Kunstgeschichte behandelt wurde. In der dritten Stunde wurden wir in eine Englischstunde geschickt, in der wir Deutschen, nach der Abfrage der italienischen Schüler über das Thema Shakespeare, in einer abwechslungsreichen Konversation auf Englisch und Italienisch über unsere Schule und die deutschen Jungs ausgefragt wurden. Danach hatten wir 15 Minuten Pause; Zeit genug, um in der schulinternen Bar eine Erfrischung zu sich zu nehmen und sich über die Unterschiede zu unserem Unterricht am Dalberg auszutauschen. Am Ende der Pause trafen wir uns im Computerraum, wo wir einen Film schauen sollten, einen italienischen Film, den es zwar nur mit englischen Untertiteln gab, der aber dennoch gut verständlich war, zumal ihn einige von uns bereits in ihrer Freizeit kennen- und lieben gelernt hatten: Tre metri sopra il cielo! Da er schon einer der Lieblingsfilme von den meisten von uns geworden war, sind wir am Nachmittag gleich gemeinsam mit unseren Partnern ins Kino gegangen, um den zweiten Teil dieser tragisch-romantischen Liebesgeschichte anzusehen Ho voglia di te (Ich steh auf dich). Weil dieser Film jedoch brandneu ist, läuft er nur aktuell im Kino und somit ohne Untertitel, also eine absolute sprachliche Herausforderung, die wir jedoch alle hervorragend gemeistert haben! Wir konnten feststellen, dass das Sequel genauso schön wie der erste Teil war und fuhren danach zufrieden nach Hause zu unseren Gastfamilien, während uns Frau Leeb beneidete, uns nicht begleiten zu können, weil sie in Venedig ein Konzert besuchen wollte. Sie hat sich jedoch mit Herrn Kerler und Frau Tessari bei Vivaldis Quattro Stagioni genauso gut amüsiert wie wir und hat sich einfach die Bücher zu den beiden Filmen gekauft, um auf dem Laufenden zu bleiben! Anna Bartmann & Daniela Vanci
Donnerstag, 29.03.2007 Am Donnerstag Morgen um halb neun haben wir uns alle, Italiener und Deutsche, direkt in Venedig an der Piazzale Roma getroffen, wo wir dann auch gleich auf eine von der Finanzpolizei begleitete Bootstour zu den venezianischen Inseln gingen. Nein, das ist nicht so gefährlich, dass man Begleitschutz bräuchte, aber die Guardia di Finanza bietet für Touristen solche Ausflüge auf ihren Booten an. Gewusst, wo
Glücklicherweise hatten sich die Lehrer genau den richtigen Tag für diesen Ausflug ausgesucht, denn schon morgens begleitete uns blauer Himmel und warmer Sonnenschein. Zuerst führte uns die Reise auf die Insel Murano in eine Glaswerkstatt, in der die berühmten Murano-Gläser, -figuren, -schmuck, usw. hergestellt und verkauft werden. Nachdem fast jeder ein kleines Andenken oder Geschenk gekauft hatte (natürlich mit einem 50%igen Preisnachlass, den die Finanzbeamten für uns ausgehandelt hatten), ging es weiter auf die kleine Insel Torcello, deren Einwohnerzahl 13 beträgt
Sehr idyllisch! Dort legten wir eine kleine Pause ein und sonnten uns alle auf einer Wiese. Als nächstes kamen wir nach Burano, eine kleine Insel, die für ihre bunten Häuschen und handgearbeitete Spitze bekannt ist. In der Zeit, die wir auf Burano zur freien Verfügung hatten, konnten wir die Insel selbst erkunden oder einfach nur die Sonne und das Meer genießen, während unsere Lehrer sich von der Finanzpolizei in die kulinarischen Genüsse der Insel einführen ließen. Zurück in Venedig lernten wir zum Abschluss des Tages noch eine venezianische Eis-Spezialität kennen, Gianduiano, also gefrorener, venezianischer Nougat mit Unmengen von Sahne. Mächtig (und in nicht-gefrorener Form übrigens der Vorläufer des allseits beliebten Nutella)! Den Abend verbrachten wir in einer Bar der etwas anderen Art: dort durfte man die Kellner mit Erdnüssen abwerfen und der ganze Boden lag voll mit Nussschalen! Es war ein sehr lustiger und toller Abschluss für diese Woche. Lisa B. Geis und Tammy K. Riedl Die bunten Häuser von Burano Deutsche Schönheiten auf Torcello Sonnenpause auf Torcello Gruppenfoto Freitag, 30.04.07 Es war der letzte Tag in Italien gekommen. Die Italiener und Deutschen trafen sich, wie fast jeden Tag, um 8 Uhr vor der Schule. Die Italiener hatten ein paar Schulstunden vor sich, die Deutschen hingegen konnten einen weiteren italienischen Film (La notte prima degli esami) genießen. Danach begaben sich alle deutschen Schülerinnen in den Computerraum und durften ca. eine Stunde lang im Internet interessante Dinge über Venedig, Verona, Burano, etc. dazu lernen. Anschließend arbeiteten Italiener und Deutsche noch an ihrem gemeinsamen Projekt über Goethes Biographie und seine berühmte Italienische Reise. Nachdem dies geschafft war, bereiteten die italienischen Schüler wieder ein "Picknick" in ihrem Klassenzimmer vor, das genauso lecker und schön war, wie das am Samstag (vor allem die Colomba schmeckte allen hervorragend: der typisch italienische Osterkuchen in Form einer Taube). Schon ein bisschen traurig wieder nach Deutschland zurückfliegen zu müssen gingen alle nach Hause zum Essen oder zum Kofferpacken und trafen sich, mit ein bisschen Verspätung wegen der Baustelle am Zubringer, gegen 16 Uhr am Flughafen in Treviso. Nachdem die Deutschen eingecheckt hatten, begann die große Abschiedszene. Es gab viele Umarmungen und viele Tränen flossen, denn man hatte sich in diesen 2 Wochen kennen gelernt und Freundschaften geschlossen. Um 17 Uhr drängte Frau Leeb dann schließlich darauf sich endgültig zu verabschieden und nach und nach gingen die Deutschen durch die Sicherheitskontrolle. Dort trockneten die letzten Tränen und einige kauften sich noch etwas zu essen oder schlenderten durch den Duty-Free-Shop. Mit einem Bus wurden alle Fluggäste zu dem Flugzeug nach Frankfurt-Hahn gebracht. Ohne Schwierigkeiten und Turbulenzen landeten die Deutschen dann schließlich wieder und wurden von einem Bus zurück nach Aschaffenburg befördert. Gegenüber dem Flug war die Busfahrt ausgelassen und vergnügt. Es kamen einige Wahrheiten durch das Spiel Wahrheit oder Pflicht ans Tageslicht. Allerdings wurde nicht nur dieses Spiel gespielt, sondern es wurde auch - zum Leidwesen des Busfahrers - lautstark gesungen (auch auf Italienisch!). Erschöpft wurden dann gegen 22 Uhr alle am Dalberg - Gymnasium von Eltern oder Freunden abgeholt. Es war eine tolle Woche und es ist sicher, dass es nicht unsere letzte in Italien war. Romina Böttcher, Tamara Leibacher, Miriam Pohl Abschiedsparty Man fotografiert sichTagebuch Schüleraustausch Aschaffenburg Mestre II
Nach ereignisreichen Tagen, mit vielen Eindrücken und reichen Erinnerungen kehrten die Teilnehmer des Austauschs mit Mestre kurz vor den Osterferien aus Mestre zurück - und hier sind die Tagebucheinträge, von den Schülern selbst geschrieben:





















Tagebuch Schüleraustausch mit Mestre
28.11.2006 - 05.12.2006
28.11.2006
Aufgeregt und nervös besuchten wir die Schule am Dienstag, den 28 November. Denn endlich war der Tag gekommen, wir sollten unsere Austauschpartner aus Mestre kennenlernen. Nachdem der Schultag geschafft war, trafen sich die deutschen Schüler um 16:20 Uhr am Hauptbahnhof in Aschaffenburg, um ihre Partner herzlich begrüßen zu können. Wir wollten unsere italienischen Gäste mit einer Italienflagge und Willkommensschildern empfangen und glaubten sie zweimal in einem Zug aus Frankfurt. Zunächst enttäuscht standen wir an einem Gleis und warteten auf den nächsten Zug aus Frankfurt. Dann kam die erlösende Nachricht, sie standen vor der Bahnhofshalle und waren nach dem einstündigem Flug und der zweieinhalbstündigen Busfahrt gut angekommen. Jetzt suchte jeder seinen Partner, und nachdem dies geschafft war, fuhren alle nach Hause und die italienischen Gäste konnten es sich in ihrem neuen Zuhause für eine Woche gemütlich machen. - Aber nicht für lange Zeit, denn die meisten trafen sich abends in der Stadt, um auch die anderen besser kennen lernen zu können. Mit diesem Tag sollte eine interessante und aufregende Woche beginnen!
Romina Böttcher, Samira Dust

29.11.2006
Die Austauschschüler wurden am Mittwoch, ihrem ersten Tag in Deutschland und an der deutschen Schule, zunächst persönlich von unserem Schulleiter begrüßt. Anschließend besuchten die Gastschüler gemeinsam mit ihren Partnern den Unterricht. Nach der 1. Pause wurden sie von Herrn Griebel durch das Schulhaus geführt, danach begleiteten sie wieder uns in den Unterricht bzw. besuchten einige Italienischstunden.
Während der 2. Pause entstand das obige Foto mit allen am Austausch beteiligten Schülern. Direkt nach dem Unterricht führten wir unsere Austauschschüler bei einer selbst gestalteten Stadtführung durch die Innenstadt bis hin zum Pompejanum. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir die Sandkirche, den Innenhof des Schlosses Johannisburg sowie zahlreiche andere sehenswerte Gebäude und Plätze.
Am Abend trafen wir uns noch auf dem Weihnachtsmarkt zum Glühweintrinken.
Nesa Fröhlich, Dana Krausert
30.11.2006
Am Donnerstag sind wir wie gewohnt mit dem Bus nach Aschaffenburg gefahren, die Deutschen in die Schule, die Italiener an den Hauptbahnhof. Von dort aus sind unsere Gäste um 8.40 Uhr mit dem Zug nach Frankfurt gefahren, begleitet von Herrn Kerler und Frau Ciancio. Dort gab es eine Stadtführung, auf deren Programm die Paulskirche, der Römer, der Hauptbahnhof und viele Banken und auch Hochhäuser standen. Danach war eine Führung im Goethehaus gebucht, um das Leben Goethes kennen zu lernen und sich auf das gemeinsame Arbeitsprojekt einzustimmen. Dann war Mittagessen angesagt! Anschließend haben sich die Italiener in Gruppen aufgeteilt, manche haben den Dom besichtigt, andere sind auf den Weihnachtsmarkt oder Shoppen gegangen. Zum Schluss waren sie noch in einem Hochhaus, von dem aus man die ganze Stadt sehen konnte. Um 17.02 Uhr war dann die Abfahrt mit dem Zug zurück nach Aschaffenburg. Am Hauptbahnhof holten um 18.00 Uhr dann die Deutschen ihre Austauschpartner wieder ab. Am Abend sind einige in die Stadt gegangen, andere waren zu müde von dem anstrengenden Tagesausflug und sind zu Hause geblieben. Und schon war der 3.Tag vergangen!
Tamara Leibacher, Miriam Pohl
01.12.2006
Am Freitag, den 1. Dezember, wollten wir uns Würzburg anschauen. Doch nach dem Sprichwort "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" mussten wir zuerst noch eine Stunde in die Schule.
Danach liefen wir in typisch italienischem (Schnecken?)Tempo zum Bahnhof und fuhren mit dem Zug um 9.30 Uhr zu unserem Tagesziel, Würzburg. In der Residenz angekommen, wurden wir auch gleich fachkundig durch das große Gebäude geführt. Wir sahen unter anderem das riesige und beeindruckende Deckenfresco der Kontinente von Giovanni Battista Tiepolo (über den wir uns natürlich schon im Unterricht unterhalten hatten und zu dem wir sogar intelligente Fragen stellen konnten!),den wunderschönen weißen Saal, die sehr große Eingangshalle und natürlich auch das Bett, in dem Napoleon geschlafen haben soll.
Nach dieser interessanten Führung (auf deutsch!), machten wir noch einige Gruppenfotos vor der Residenz und gingen anschließend zum Würzburger Dom, wo wir kurz Zeit hatten, um uns umzuschauen und uns zu besinnen. Anschließend hatten wir ein paar Stunden Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und über den romantischen Würzburger Weihnachtsmarkt zu schlendern. Nach einem lustigen Nachmittag liefen wir alle mit weniger Geld und mehr Gepäck zum Bahnhof und fuhren nach Aschaffenburg zurück.
Nach diesem anstrengenden Tag gingen dann noch einige von uns ins JuKuz zum K 13 Roxx und die anderen machten sich auf den Weg ins Gully und anschließend noch ins Nakamen.
Alexandra Fieltsch, Kerstin Namyslo, Johanna Schulz