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Prüfungsangst


Der Prüfungsangst ein Schnippchen schlagen

Quelle:www.studienkreis.de

  

Prüfungsangst ist sehr häufig und trifft nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch Erwachsene. Genaueres zu den Ursachen und Symptomen von Prüfungsangst erfährst du hier. Außerdem findest du auf diesen Seiten eine Reihe wertvoller Tipps und Tricks für eine effektive Prüfungsvorbereitung und das richtige Verhalten in der Prüfungssituation.

 

Fast jeder kennt die Situation:

Der Lehrer hat gerade den Termin der Klassenarbeit angekündigt, schon ist man nervös. Die Hände zittern, der Mund ist trocken und das Schlucken fällt auch schwer. Kurz vor der Prüfung wird es dann noch schlimmer: Herzrasen oder sogar Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Dies ist ein klarer Fall von Prüfungsangst.

Prüfungsangst ist sehr häufig und trifft nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch Erwachsene. Die Intensität der Angst hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab und kann auch von Prüfung zu Prüfung unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Die meisten Menschen, die unter Prüfungsangst leiden, haben übrigens
mehr Angst vor mündlichen als vor schriftlichen Prüfungen. Zwar sind auch Klassenarbeiten oder andere schriftliche Prüfungen nicht zu 100% vorhersehbar, bei mündlichen Prüfungen kommen aber noch mehr Unsicherheitsfaktoren ins Spiel.

Man muss jedoch weder die Angst vor mündlichen noch vor schriftlichen Prüfungen als normal hinnehmen. Vielmehr kann man eine Reihe von Dingen unternehmen, um diese Angst zu mindern. So kann beispielsweise die
richtige Prüfungsvorbereitung oder auch ein angemessenes Verhalten in der Prüfungssituation dazu beitragen, ruhiger und konzentrierter an die gestellten Aufgaben heranzugehen.

Welche Ursachen Prüfungsangst haben kann und wie sie sich äußert, erfährst du auf den nächsten Seiten. Außerdem findest du eine Reihe wertvoller Tipps und Tricks für die effektive Prüfungsvorbereitung und das richtige Verhalten in der Prüfungssituation.
Denn: Der Prüfungsangst kann man sehr wohl ein Schnippchen schlagen!

 

Ursachen für Prüfungsangst

 

Gründe für Prüfungsangst sind in der Regel vielfältig. Häufig spielen Ängste – z.B. vor Überforderungen oder den Reaktionen der Eltern und Mitschüler – eine ganz entscheidende Rolle. Genaueres über die möglichen Ursachen von Prüfungsangst erfährst du hier.

Nur selten gibt es ‚die eine’ Ursache für Prüfungsangst. Sehr viel häufiger ist ein ganzes Bündel von Ursachen verantwortlich, wobei sich die einzelnen Gründe gegenseitig bedingen und beeinflussen. Zwar können möglicherweise körperliche Ursachen verantwortlich sein, in der Regel bewirkt aber immer die Angst vor bestimmten Reaktionen oder Situationen das Entstehen von Prüfungsangst.



Angst vor Überforderung
Viele Schülerinnen und Schüler sind in ihrer Schule einfach überfordert. Wer ständig erlebt, dass er trotz größter Anstrengung nicht die gewünschten Leistungen erbringen kann, entwickelt natürlich Angst vor der nächsten Prüfung. Das ist vollkommen verständlich. Deswegen ist es wichtig, bei Prüfungsangst immer auch abzuklären, ob die Ursachen nicht vielleicht in einer schulischen Überforderung liegen und ein Wechsel zu einer anderen Schulform – z.B. Realschule statt Gymnasium – eine mögliche Lösung wäre.



Angst vor der Reaktion der Eltern
Auch dies ist ein häufiger Grund für das Entstehen von Prüfungsangst. Leider! Dabei möchten die Eltern ihrem Kind wohl kaum bewusst Angst vor Prüfungen machen, dennoch führen die Reaktionen der Eltern – oder auch die Reaktionen, die ein Kind erwartet – zur Entwicklung übersteigerter Ängste. Die Enttäuschung über eine schlechte Note, das ‚lange Gesicht’, die endlosen Diskussionen über die Notwendigkeit eines guten Schulabschlusses, all diese Faktoren können Kinder und Jugendliche unter Leistungsdruck setzen und so zu Prüfungsangst führen.
Vielleicht kennst du solche Reaktionen deiner Eltern ja auch. Häufig kann es schon helfen, einfach einmal anzusprechen, dass du dich durch die (unbewussten) Reaktionen deiner Eltern unter Druck gesetzt fühlst.



Angst vor der Reaktion in der Schule
Nicht nur die Reaktion der Eltern sondern auch die von Mitschülern kann zu Ängsten führen. So kann es vorkommen, dass Schüler in Panik geraten, weil sie aufgrund schlechter Noten von ihren Mitschülern gehänselt werden. Auch hier kann ein Gespräch mit den Eltern oder auch dem zuständigen Lehrer in der Regel weiterhelfen.


Angst wegen falscher Vorbereitung
Die meisten Prüfungen werden so frühzeitig angekündigt, dass man sich eigentlich in Ruhe darauf
vorbereiten könnte. Trotzdem schiebt man das Lernen in der Regel bis auf den letzten Drücker auf. Dieses intensive Lernen unter extremem Zeitdruck führt jedoch selten zum Erfolg. Statt dessen ist man unsicher und nervös, ob man auch genügend gelernt hat – keine guten Voraussetzungen, um entspannt und konzentriert in eine Prüfung zu gehen.

Die Ursachen für Prüfungsangst können also sehr vielfältig sein. Doch was auch immer der Grund ist, Prüfungsangst einfach hinnehmen, muss man nicht. Häufig können Gespräche mit Eltern oder Lehrern weiterhelfen, den Ursachen für die Angst auf den Grund zu gehen. Und sind diese einmal erkannt, kann man auch gezielt gegen sie vorgehen.

Wie äußerst sich Prüfungsangst?

 

So vielfältig die Gründe für Prüfungsangst sind, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten, wie sich die Angst äußern kann. Welche körperlichen und geistigen Beschwerden in dieser Situation auftreten können, erfährst du hier.

 

Prüfungsangst kann sich auf vielfältige Art und Weise äußern. Dabei tritt sie selten erst unmittelbar vor der Prüfung oder in der Prüfung selber auf. Viel häufiger beeinflusst sie den Lerner schon lange vorher. Oft tritt bereits bei der Anmeldung zu einer Prüfung oder bei der Ankündigung der Klassenarbeit durch den Lehrer eine allgemeine Anspannung und Unruhe ein. Häufig schläft man ab diesem Zeitpunkt schlechter, da es zu Alpträumen kommen kann oder ängstliche Gedanken einen am Einschlafen hindern. Ein Gefühl von Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit kann sich einstellen. Nicht selten kommt es zu Resignation oder depressiven Verstimmungen. Pausenloses Lernen oder gar kein Lernen („Es hat sowieso keinen Sinn!“) können die Folge sein.

Kurz vor der Prüfung kann es dann zu
körperlichen Beschwerden kommen, die unterschiedlichen Krankheiten – wie z.B. Grippe oder Magenverstimmung – ganz ähnlich sind. So können die Gedanken an die Prüfung beispielsweise Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen oder Schwindel auslösen. Ebenso kann es zu Schwitzen, Zittern oder nervösem Durchfall kommen.

Trotz all dieser negativen Beschwerden haben
Untersuchungen aber auch gezeigt, dass sich ein gewisses Maß an Erregung und Aufregung vor und in einer Prüfung durchaus positiv auf das Ergebnis auswirken kann. Denn auf diese Weise wird die Leistungsfähigkeit gesteigert, und man ist in der Lage, in der Prüfungssituation geistige oder körperliche Höchstleistungen zu erbringen.

 

Effektive Prüfungsvorbereitung

 

Prüfungen verfolgen einen ein Leben lang. Deswegen ist es wichtig, schon in der Schule zu lernen, wie man sich effektiv auf eine Prüfungssituation vorbereitet. Effektive Strategien zu einer lang- und kurzfristigen Prüfungsplanung findest du hier.

 

Langfristige Prüfungsplanung

Immer noch denken viele Schülerinnen und Schüler, das kurzfristige ‚Pauken’ des Lernstoffes vor einer Prüfung würde zum Erfolg führen. Doch dem ist nicht so. Viel wichtiger ist es stattdessen, sich aktiv mit dem Lernstoff auseinander zu setzen und das regelmäßige Lernen in den alltäglichen Tagesablauf zu integrieren.
Da in der Regel pro Tag nicht viel Zeit bleibt, für eine Prüfung zu lernen, ist es wichtig, mit den Vorbereitungen frühzeitig zu beginnen. Dabei sind eine
gute Planung und Organisation unumgänglich, um Termindruck und Stress zu vermeiden. Neben der reinen Lernzeit, die man pro Tag zu Verfügung hat, ist auch die richtige Auswahl des prüfungsrelevanten Stoffes und die Intensität und Qualität des Lernens von großer Bedeutung.
D.h. planen und lernen kann man also erst dann, wenn man auch weiß, was gelernt werden soll.


Kurzfristige Prüfungsplanung

Trotz einer langfristigen Prüfungsvorbereitung bleibt es in der Regel nicht aus, dass kurz vor einer Prüfung noch einmal die Anstrengung zunimmt und das Lernpensum gesteigert wird. Damit diese Zeit nicht in Stress ausartet, solltest du folgende Regeln beachten:

 

  • den Prüfungsablauf üben: Hierzu bieten sich Aufgaben an, die den echten Prüfungsaufgaben möglichst ähnlich sind. Die Aufgaben sollten mit den gleichen Hilfsmitteln und demselben Zeitaufwand gelöst werden, wie sie auch in der Prüfungssituation zur Verfügung stehen.
  • den Lernstoff strukturieren: Häufig bestehen mündliche und schriftliche Prüfungen in einem Abfragen von Wissen und einem Aufzeigen von Zusammenhängen. Um hierauf vorbereitet zu sein, ist es wichtig, sich den Lernstoff zu strukturieren und in übersichtliche, bedeutungsstiftende Zusammenhänge zu bringen.
  • Zeit zum Wiederholen einplanen: Am Ende einer Prüfungsvorbereitung sollte immer eine Wiederholung des gesamten Lernstoffes stehen. Diese sollte spätestens am Tag vor der Prüfung stattfinden; der Prüfungstag selber dient dann ausschließlich der Entspannung und innerlichen Vorbereitung auf die Prüfung.

    Hat man sich gut auf eine Prüfung vorbereitet, so geht man in der Regel entspannter und ruhiger an die ganze Sache heran.
    Solltest du in der Prüfungssituation dennoch nervös werden, so gibt es auch für diesen Fall
    Verhaltensregeln, Tipps und Tricks um die Prüfung doch noch mit Bravour zu meistern.

Richtiges Prüfungsverhalten

 

Durch das richtige Verhalten in der Prüfungssituation kann man der Angst durchaus ein Schnippchen schlagen. Welche Verhaltensregeln es für schriftliche und mündliche Prüfungen gibt, erfährst du hier.

 

Prüfungsangst muss man nicht einfach hinnehmen, denn sowohl für schriftliche als auch mündliche Prüfungen gibt es eine Reihe von Verhaltensregeln, mit denen man der Angst ein Schnippchen schlagen kann.


Schriftliche Prüfungen

Bei schriftlichen Prüfungen – Klassenarbeiten oder Klausuren – gibt es eine Reihe erprobter Regeln, mit denen gegen die Prüfungsangst angegangen werden kann:

  • Die Aufgabenstellung aufmerksam lesen und mögliche Hilfen beachten.
  • Bei der Beantwortung der Fragen die Aufgabenstellung im Auge behalten und Abschweifungen vermeiden.
  • Erst die leichten Aufgaben lösen. Dies schafft Erfolgserlebnisse und stärkt das Selbstvertrauen; Nervosität wird abgebaut.
  • Bei Schwierigkeiten mit einer Aufgabe zu einer anderen Aufgabe übergehen und Lücken lassen, um diese später auszufüllen.
  • Bei umfassenden Antworten nicht einfach losschreiben, sondern die Antwort vorher strukturieren.




Mündliche Prüfungen

Auch durch ein angemessenes Verhalten in mündlichen Prüfungen kann man die Prüfungsangst auf ein Minimum reduzieren und die Prüfer für sich gewinnen:

 

  • Fast jeder ist in einer mündlichen Prüfung nervös. Zeige deine Nervosität ruhig, sie wird vom Prüfer akzeptiert.
  • Beachte die Fragestellung, denn der Prüfer erwartet eine entsprechende Reaktion auf seine Frage. Gib dem Prüfer z.B. durch das Wiederholen der Frage zu erkennen, dass du die Frage gehört und verstanden hast.
  • Denke laut. So kann der Prüfer erkennen, wie du zu deinem Ergebnis kommst und gegebenenfalls korrigierend eingreifen, wenn du einen falschen Weg einschlägst.
  • Achte auf die Reaktionen des Prüfers, denn Prüfer reagieren auf Antworten in der Regel mit zustimmenden oder ablehnenden Gesten.




Außerdem ist es wichtig, dass du – an welche Prüfung auch immer – mit
realistischen Zielen herangehst, denn eine angemessene Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse kann ebenfalls helfen, Versagensängste und übersteigerte oder unrealistische Erwartungen abzubauen.
In der Prüfung solltest du
nicht gleich aufgeben, wenn dir eine Lösung nicht sofort einfällt. Fast immer gibt es Teilaufgaben, die man doch lösen kann, wenn man in Ruhe über die Fragestellung nachdenkt.

 

Buchempfehlungen und Linktipps

An dieser Stelle findest du interessante Buchtitel und Links im Internet zum Thema Prüfungsangst.

 

Buchtitel


Charbel, Ariane: Top vorbereitet in die mündliche Prüfung.
Nürnberg: BW Verlag und Software GmbH, 2004


Gute Organisation ist (fast) alles - auch bei der Vorbereitung auf eine mümdliche Prüfung. Wer Ariane Charbels Planungsschena folgt, hat die Zei im Griff. Auch Panikattacken muss er nicht fürchten. Und selbst wenn sich im Kopf ein wirres Gefühl einstellt: Die Autorin weiß auch für diese Momente Rat und beweist damit erneut: Erfolg ist planbar.


Knigge-Illner, Helga: Keine Angst vor Prüfungsangst. Strategien für die optimale Prüfungsvorbereitung im Studium.
Eichborn-Verlag, 1999.

Helga Knigge-Illner veranstaltet seit vielen Jahren Trainings gegen Prüfungsangst. In ihrem Buch beschreibt sie nicht nur anschaulich, wie diese Angst entsteht, sondern sie bietet auch eine Reihe praxistauglicher Übungen. Umfassend erfahren hier Schüler und Studenten, wie sie durch effizientes Arbeiten und den konstruktiven Umgang mit Prüfungsangst mündliche und schriftliche Prüfungssituationen meistern können.


Schmidt, Lothar Wilhelm: Klausuren und Prüfungen ohne Ängste schreiben. Mit gezielten Strategien Prüfungsängste überwinden.
Book on Demand, 2000.

Lothar Wilhelm Schmidt gelingt es, das Thema Prüfungsangst nicht belehrend zu behandeln, sondern seine Leser gezielt und persönlich anzusprechen. Detailliert geht er auf die Ursachen von Prüfungsängsten ein und gibt Tipps und Tricks, wie gegen diese angegangen werden kann. Außerdem ist das Buch so handlich, dass man es zu jeder Prüfung mitnehmen kann.


Weiß, Hans-Joachim: Prüfungsangst. Wie entsteht sie? Was richtet sie an?
Lexika-Verlag, 1997.

Auch Hans-Joachim Weiß beschäftigt sich mit den Ursachen von Prüfungsangst. Außerdem beschreibt er mögliche Zusammenhänge von Angst und Leistung und gibt wertvolle Tipps für einen produktiven Umgang mit der Angst. Seine Tricks und Hinweise untermauert der Autor mit den neusten Erkenntnissen aus der Lern- und Gedächtnispsychologie.


Unverzagt, Gerlinde: Endlich geschafft: Prüfungsängste bewältigen.
Kreutz-Verlag, 1997.

Eigentlich beherrscht man den Prüfungsstoff bis in kleinste Detail, trotzdem kommt es in der Prüfungssituation zu Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Schwindelanfällen. Die Autorin Gerlinde Unverzagt beschäftigt sich mit den Gründen von Prüfungsangst und zeigt auf, wie man Schritt für Schritt die Situation selber ändern kann.


Unsere (Lieb)links im Internet

http://www.unito.de/schule/tipps.htm
Auf den Seiten von Unito findest du ausführliche Informationen zum Thema Prüfungsangst; besonders interessant ist der Bereich „Fragen und Antworten rund um das Thema ‚Prüfungsangst bei Schülern’“.

http://www.unito.de/schule/tipps.htm
In der WDR-Westzeit hat sich Dr. Steffen Fliegel ausführlich mit dem Thema Prüfungsangst beschäftigt. Die wichtigsten Informationen der Sendung findest du auf diesen Seiten.

http://www.unito.de/schule/tipps.htm
Die umfangreichen Seiten von ‚Das Lernen lernen’ bieten auch ein ausführliches Kapitel zum Thema Prüfungsangst. Prüfungsvorbereitung, Prüfungsplanung und Prüfungsverhalten sind die zentralen Inhalte.

 





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