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Weimar – kaum eine andere Stadt steht so sehr für die glanzvollen und auch schrecklichen Momente der deutschen Geschichte. Die kleine thüringische Stadt mit heute gerade einmal 65 000 Einwohnern war im 18. und 19. Jahrhundert das kulturelle Zentrum Deutschlands. Namen wie Wieland, Herder, Schiller, Franz Liszt und vor allen Dingen Johann Wolfgang von Goethe sind mit dem idyllischen Provinzstädtchen verbunden. Auf Schritt und Tritt wird man auch heute noch an diese Geistesgrößen erinnert. Im 20. Jahrhundert gab die Stadt der ersten deutschen Demokratie, der „Weimarer Republik“, ihren Namen und das Bauhaus wirkte von hier aus prägend auf die deutsche Architektur. In Weimar wurde jedoch auch 1926 die Hitlerjugend gegründet, Adolf Hitler besuchte Weimar über vierzig Mal und das KZ Buchenwald steht für die grausame Vernichtung der Juden im 3. Reich. Ende April 2010 machten sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 11/1 und 11/5 gemeinsam mit ihren Lehrern Frau Fischer und Herrn Dr. Trageser auf, diesen Schicksalsort deutscher Geschichte zu erkunden. Die Anreise gestaltete sich, dank des „Service“ der Deutschen Bahn als anstrengend. Einige stärkten sich nach der Ankunft mit original Thüringer Bratwürsten, bevor bei strahlendem Wetter eine Stadtführung begann. Gemütlich konnte man an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie der Anna-Amalia-Bibliothek, dem Goethe- und Schiller-Haus oder der Bauhausuniversität vorbei schlendern. Die Führung endete am Nationaltheater, in dem die Klassen am Abend eine Aufführung von Albert Lortzings Oper „Der Wildschütz“ besuchten. Warum die Handlung ins Jahr 1933 verlegt worden war und einige Anspielungen auf Hitler gemacht wurden, blieb fraglich.
Am nächsten Tag konnte jeder in Gruppen auf eigene Faust die Stadt erkunden. Weimar bietet den Besuchern eine Vielzahl von Museen. So gingen die einen ins Goethehaus, andere in die Anna-Amalia-Bibliothek und wieder andere sahen sich die Fürstengruft an, in der Goethe beerdigt wurde, oder unterirdische Gänge aus dem 18. Jahrhundert. Auch ein Einkaufsbummel kam nicht zu kurz und das Eis im Kaffee am Theater ist auf alle Fälle zu empfehlen. Die Rückfahrt gestaltete sich Dank der Bahn erneut turbulent. Wieder in Aschaffenburg gingen zwei erlebnisreiche Tage in der Hochburg des deutschen Geistes früherer Jahrhunderte zu Ende.
Dr. Martin Trageser



Am Ende des vergangenen Schuljahres präsentierte die Klasse 9a ihr Projekt zum Thema "Mobbing" in der Aula: Gibt es Mobbing an unserer Schule? Leiden Schülerinnen und Schüler, ohne dass wir es wahrnehmen? Nachdem die Zeitungen immer wieder über erschreckende Vorfälle von Schülergewalt berichteten, hakten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a mit Hilfe eines Fragebogens nach. Für unsere Schule können wir "Entwarnung" geben: Mehr als drei Viertel der Schüler fühlen sich wohl und sicher am Dalberg. Hier sind nun die Ergebnisse, die so auch an den Stellwänden in der Aula hingen.Anfang März las die Klasse 9a im Deutschunterricht mit Frau Dr. Meußer einen Text über Jugendgewalt an Schulen. Seitdem befassten wir uns näher mit dem Thema Jugendgewalt. Am 11.03.2009 ereignete sich dann der schreckliche Amoklauf in Winnenden. Man wunderte sich natürlich, dass ein bisher unauffälliger Schüler wie Tim K. einen Amoklauf begeht. Die 9a setzte sich mit den möglichen Ursachen auseinander und kam zu dem Ergebnis, dass der Täter möglicherweise gemobbt worden ist und sich nun rächen wollte. Natürlich tut sich da die Frage auf, ob auch am Dalberg-Gymnasium Mobbing eine Rolle spielt oder ob sich die Schülerinnen und Schüler an der Schule wohl fühlen. Unsere Idee war es, eine anonyme und schriftliche Umfrage in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 zum Thema „Mobbing“ noch vor den Pfingstferien zu starten.
Der Fragebogen wurde nach vielen Diskussionen zusammengestellt und im Mai 2009 in den einzelnen Klassen ausgeteilt, ausgefüllt und sofort wieder eingesammelt. Zwei Schüler betreuten jeweils zwei Klassen und mussten die 60 Fragebögen auswerten. Katharina Bernard und Marika Meisenzahl machten sich die Mühe, die einzelnen Klassenauswertungen zu einer Gesamtauswertung für die Schule zusammenzuführen. Insgesamt wurden 691 Schülerinnen und Schüler befragt, wobei diese Schülergruppe zu 75% aus Mädchen besteht. Die Schüler waren zwischen 10 und 18 Jahren alt und besuchten die 5. bis 10. Jahrgangsstufe (Fragen 1-3).
Hier nun die Antworten auf unsere Fragen. Die Grafiken von Peter Kullmann werden noch eingefügt.
Frage 4: Welche Antwort trifft deiner Meinung nach auf „Mobbing“ zu?
Fast alle Befragten der Klassen 5 -10 sind der Meinung, dass man sich gegen Angriffe wehren sollte und würden sich jemandem anvertrauen. Von 691 Schülern glauben nur 23 Schüler, dass man gegen Gewalt nichts machen kann. Leider kam bei unserer Umfrage auch heraus, dass 18 Dalbergianer sich nicht trauen, Freunde, Familie oder Lehrer um Rat zu fragen, wenn sie einem verbalen oder körperlichen Angriff ausgesetzt waren. Auffällig ist bei diesen 18 Schülern, dass sie kaum feste Beziehungen in der Schule pflegen. Daher sollte man sich doch Gedanken machen, wie man die Klassengemeinschaft verbessern kann.
Frage 5: Wie empfindest du das Schulklima am Dalberg-Gymnasium?
Wie auf der Grafik zu erkennen ist, empfinden mehr als die Hälfte der befragten Schüler/innen das Schulklima als „locker“ und „entspannt“.
Dabei wird das Schulklima von einem Drittel der an der Umfrage beteiligten Schüler/innen aus den fünften bis zehnten Klassen als freundlich und friedlich eingeschätzt. Überwiegend Schüler und Schülerinnen aus der zehnten Klasse hielten das Schulklima zunehmend für hektisch, angespannt, aggressiv und gewalttätig, was an dem Leistungsdruck wegen der bevorstehenden Oberstufe und dem neuen Abitur liegen mag.
Frage 7: Was ist dir innerhalb des letzten Schuljahres passiert,
so dass es dich gestört oder verletzt hat?
Das dazugehörige Diagramm zeigt, dass von den befragten Schülern am Dalberg-Gymnasium innerhalb des letzten Schuljahres 105 Schüler beleidigt wurden, 108 Schüler abwertend angeschaut wurden, über 126 Schüler gelästert wurde, jeweils 12 Schülern mit körperlicher Gewalt gedroht wurde oder mit denen niemand reden wollte und erschreckender Weise 47 Schüler mit Absicht getreten, geschubst oder geschlagen wurden.
Dieses Ergebnis schockiert insofern, da immerhin 47 Schüler körperliche Gewalt erfahren haben und 12 Schülern mit Gewalt bedroht wurden. Auch wenn diese Gruppe nur eine Minderheit ist, so sollten alle Schüler und Lehrer wachsam sein, was auf dem Schulhof und zwischen den Stunden passiert.
Das Lästern über Mitschüler untereinander ist nicht überzubewerten, da es sowas immer gibt. Allerdings sollte jeder überlegen, dass er mit seinen gedankenlosen Äußerungen jemanden verletzen kann.
Frage 8: An wen wendest du dich bei Mobbingvorfällen?
Wie man von der Grafik ablesen kann, wenden sich die meisten Schüler und Schülerinnen des Dalberg-Gymnasiums an ihre Freunde, wenn sie mit Mobbingvorfällen konfrontiert werden. Ungefähr hundert Schüler weniger wenden sich an die Eltern, 171 an Lehrer, und 78 Schüler an die Streitschlichter des Dalberg-Gymnasiums, wobei zu beachten ist, dass diese 78 Schüler hauptsächlich aus der Unterstufe sind.
Erschreckend ist, dass 51 Schüler und Schülerinnen niemanden zu Hilfe ziehen, wenn sie gemobbt werden.
Frage 6+9: Wie fühlst du dich am Dalberg?
Bei dieser Frage kam insgesamt ein positives Ergebnis für die Atmosphäre am Dalberg-Gymnasium heraus. Dies zeigt sich daran, dass die Möglichkeiten „zufrieden“ bzw. „wohl“ von 75% gewählt wurden. Zu beachten ist jedoch, dass auch „gestresst“ mit 136 mal (entspricht 12%) angekreuzt wurde. Dies ist vermutlich auf die hohen Ansprüche des Gymnasiums zurückzuführen. Ganz im Gegenteil dazu fühlten sich auch 75 Schüler gelangweilt. Negative Emotionen, wie Angst, Frust und Unzufriedenheit treten erfreulicherweise seltener auf. Besonders positiv ist es, dass die Rate der sich bedroht fühlenden Schüler gegen 0% tendiert. Dies lässt vielleicht den Schluss zu, dass die bei Frage 7 genannten Vorfälle nur Einzelfälle waren.
Frage 10: Sagen deine Mitschüler schlechte Sachen zu dir, so dass es dich stört?
Bei der Mobbingumfrage stellte sich heraus, dass es am Dalberg-Gymnasium kaum Schüler gibt, die von ihren Mitschülern häufiger beleidigt werden. Trotzdem gibt es auch wenige Jugendliche, die, wie sie angeben, täglich beleidigt werden. Es sind zwar nur wenige, aber allein schon die Tatsche, dass es überhaupt Schüler gibt, die täglichen Beschimpfungen ausgesetzt sind, macht nachdenklich. Aus der Grafik ist auch zu entnehmen, dass es immerhin einige Schüler gibt, die angekreuzt haben, dass sie "manchmal" unter Beleidigungen leiden müssen.
Frage 11: Wie viele echte und enge Freunde hast du am Dalberg?
Die Mehrzahl der Schüler am Dalberg-Gymnasium hat mehr als zwei enge Freunde an der Schule. So ist verständlich, dass sich viele Schüler bei Problemen vor allem an ihre Freunde wenden. Jedoch haben 73 Schüler nur zwei, 31 Schüler nur einen engen Freund. Alarmierenderweise haben 13 Schüler keine Freunde an der Schule, was vielleicht auf die Anzahl der Schüler hinweist, die sich an der Schule unwohl fühlt. Hier sollten die einzelnen Schüler besser in die Klassengemeinschaft integriert werden.
Frage 12: Gibt es Schüler, die du fürchtest?
Die große Mehrheit der befragten Schülern antwortete, dass sie keine Angst vor Mitschülern hat. Doch es gibt auch eine Kehrseite, denn eine Reihe von Schülern hat Angst vor mindestens einem Schüler. Dies sagt aus, dass das Schulklima am Dalberg-Gymnasium für einige recht angespannt ist, was aber (siehe Frage 6+9) kein Dauerzustand zu sein scheint.
Frage 13: Wie wehrst du dich gegen einen Angriff?
Die deutliche Mehrheit der Schüler hat bei der Frage „Wie wehrst du dich gegen Angreifer?“ angekreuzt, dass sie demjenigen sagen, er solle sie in Ruhe lassen. D.h., dass sie versuchen, den Konflikt verbal zu lösen. Dieses Ergebnis ist nicht unbedingt beruhigend, da eine Minderheit, in der Größe einer Schulklasse, mit „Ich wehre mich gar nicht“ geantwortet hat. Dies ist ein alarmierendes Signal.
Frage 14: Gibt es am Dalberg Lehrer, vor denen du Angst hast?
Knapp die Hälfte der Schüler am Dalberg-Gymnasium fürchten sich vor einem oder sogar mehreren Lehrern.
Die meisten Schüler fürchten eine ungerechte Behandlung. Dies ist für viele Schüler zum Beispiel der Fall, wenn ein Lehrer einen Schüler nicht beachtet. Ein kleinerer Teil der Schüler fühlt sich durch den Lehrer bloßgestellt. Dies äußert sich unter anderem so, dass ein Lehrer einen Schüler, der nicht besonders gut lesen kann, vor der Klasse auffordert, lesen zu üben und am besten die erste Klasse noch einmal zu wiederholen. Dies sind nur einige, aber deutliche Beispiele, was Schülern mitunter zu schaffen macht.
Frage 15: Gibt es am Dalberg Schüler, die vor dir Angst haben?
Die Umfrage hat auch ergeben, dass 613 Schüler denken, dass sie nicht von Mitschülern gefürchtet werden. Dem steht die Zahl derjenigen gegenüber, die angegeben haben, dass sie Angst vor einem oder mehreren Schülern haben. Ob sich die Angst auf ein paar wenige Schüler konzentriert, ist nicht bekannt. Immerhin waren manche Schüler so ehrlich und haben zugegeben, dass sie glauben, Schüler fürchten sich vor ihnen. So könnten diejenigen, welche das bemerkt haben, ihre Einstellung ändern.
Frage 16: Hast du schon einmal einen anderen Schüler schlecht gemacht, beleidigt,
bedroht oder körperlich angegriffen?
Aus dem Diagramm geht hervor, dass ein Viertel der befragten Schüler schon einmal einen anderen Schüler beleidigt hat. Bedenklich ist, dass über 40 Schüler schon einen Mitschüler körperlich angegriffen haben. Ebenso geht aus der Umfrage hervor, dass um so höher die Klassen sind, desto mehr Angriffe verbaler oder körperlicher Art zu verzeichnen sind. Erschreckend ist, dass knapp die Hälfte der Befragten schon einmal einen solchen Angriff getätigt hat.
Frage 17: Was macht Dich aggressiv?
Auf die Frage, was die Schüler aggressiv macht, gaben 471 Schüler „Ungerechtigkeit“, 358 „Stress“, 228 „Leistungsdruck“ und 203 Schüler „Frust“ als Hauptgründe an. Hier waren mehrere Nennungen möglich. Nicht nachvollziehbar ist, dass vier Schüler „Freude und Spaß“ als Grund angaben, wobei 3 dieser Schüler die 5. Jahrgangsstufe besuchen. Aus Angst, Eifersucht und Langeweile werden nur wenige Schüler aggressiv.
Frage 18: Was kann man an unserer Schule besser machen, damit du dich wohl/ wohler fühlst?
Diese Antworten zu der letzten Frage fassen wir zusammen:
In der letzten Frage, in der die Schüler ihre Wünsche und Verbesserungsvorschläge für die Schule, die Schüler und das Lehrerkollegium äußern konnten, betrafen die meisten Punkte das Verhalten der Lehrer. Zusammenfassend fordern die Schüler von den Lehrern eine fairere Behandlung, Hilfe bei Problemen (oft auch bei privaten Problemen), Verständnis und eine bessere Absprache zwischen den Lehrern im Bezug auf Schulaufgaben, um mal einige Punkte zu nennen.
Ein großes Anliegen der Schüler der Unterstufe ist, von den größeren Schülern freundlicher und gerechter behandelt zu werden. Die 10. Jahrgangsstufe fordert, keinen Unterricht im 3. Stock zu halten oder eine Klimaanlage einbauen zu lassen. Viele Schüler nahmen sich die einleitenden Worte zu Herzen und dachten sich qualitative Vorschläge gegen die Gefahr eines Amoklaufes aus. Am meisten fielen in diesem Bereich die Stichworte „Lautsprecher im Klassenzimmer“ und „Alarmglocke“.
Viele Schüler äußerten sich über die Verbesserung der Klassengemeinschaft: Ein weiterer Wandertag, mehr Fahrten, Klassenprojekte, Projekttage und noch vieles mehr – all dies soll die Klassengemeinschaft verbessern.
Aufgelockert wurde die Umfrage durch spaßige Vorschläge, aus denen zu schließen ist, dass die Schüler eigentlich keinen Anlass für Verbesserungen sehen. Obwohl es am Dalberg-Gymnasium einen musischen Zweig gibt, wird das Lehrerkollegium wohl kaum entspannender Musik im Unterricht zu stimmen. Auch am Aussehen der Jungs können wir leider nichts ändern. Zum Thema „Mathe muss schwerer werden“ fällt vielen auf der Schule wahrscheinlich nichts mehr ein, denn Mathe ist sowieso ein alt bekanntes Hassfach.
Klasse 9a (2008/2009)
Dr. Meußer
Voll der Burner-Grundkurs Deutsch arbeitete am neuen Lexikon der Jugendsprache mit!
Im April letzten Jahres machten sich die jungen Sprachwissenschaftler mit Beobachtungsbögen auf die Jagd nach jugendsprachlichen Wörtern, übertrugen diese ins Standard-Deutsch und suchten nach Beispielsätzen. So kam z.B. folgender Beitrag zustande:anwürzen: absichtlich schwerer machen: Der Lehrer hat den Text angewürzt. Alle 24 Beobachtungsbögen wurden dann der Langenscheidt-Redaktion vorgelegt, die schließlich im Juni feststellte, dass der Grundkurs Deutsch gute Arbeit geleistet hat und dafür belohnt werden soll. Zum Dank bekam jeder Teilnehmer ein Wörterbuch aus dem großen Langenscheidt-Programm und vor einer Woche auch das neue Lexikon der Jugendsprache (ISBN 978-3-468-29853-0) mit einem Foto des Kurses auf Seite 158! Danke an den Kurs für das krassomatige (Jugendsprache, S. 83) Engagement! Matthias Ott Kreidekratzer (Jugendsprache, S. 83) des Grundkurs Deutsch d3



Am Donnerstag, den 10. Juli 2008 besuchte die Klasse 11b im Rahmen ihres Literaturunterrichts das Geburts- und Wohnhaus Goethes in Frankfurt am Main. Das Haus mit seiner Zimmeraufteilung über vier Stockwerke, das Mobiliar aus der Zeit um 1750, die Bilder und Tapeten an den Wänden, die Folianten in der Hausbibliothek und die frühen Werke Goethes vermittelten einen Eindruck, wie der Dichter hier in seinen Kinder- und Jugendjahren – unterbrochen von den Studienjahren in Leibzig und Straßburg - bis 1775 gelebt hat.Nach über einer halben Stunde Zugfahrt kamen wir am Frankfurter Hauptbahnhof an und begaben uns anschließend in den Großen Hirschgraben, wo sich das Goethe-Haus befindet. Dort teilten wir uns in zwei Gruppen auf und wurden von fachkundigen Führern durch die verschiedenen, originalgetreu nachgebauten Zimmer der Familie Goethe geführt. Da das Goethe-Haus bei einem Flächenbombardement 1944 bis auf die Grundmauern niederbrannte, bedurfte es jahrzehntelanger Detailarbeit, um das Haus wieder aufzubauen und mit Originalen zu bestücken.





Beide Gruppen erfuhren von den Museumsmitarbeitern viel über die Kindheit Goethes, dessen Familie und das Leben im 18. Jahrhundert. Höhepunkt der Führung war Johann Wolfgangs Studierzimmer auf der dritten Etage, das so ausgestattet ist, wie es einst war. Hier schuf der junge Dichter den „Götz von Berlichingen”, den „Urfaust” und „Die Leiden des jungen Werther“.
Amüsant war für uns aus Aschaffenburg die von einem der Führer erzählte Anekdote vom Sterben Goethes 1832 in Weimar. Die letzten Worte des in seinem Ohrensessel entschlafenden Dichterfürsten sollen gewesen sein: „Mehr Licht …“ Viele Interpreten haben sich darüber umfangreiche Gedanken gemacht. – Aber Goethe hat zeit seines ganzen Lebens Fankfurterisch gesprochen. Für diejenigen, die den mit dem „Frankfoderisch“ eng verwandten Ascheberscher Dialekt sprechen, können die beiden letzten Worte dann allerdings auch eine ganz andere Bedeutung gehabt haben, nämlich: „ Mer lischt …[zu ergänzen: nit gut!]“
Anschließend machten wir mit dem Klassenleiter, Herrn Griebel, noch einen Abstecher in die nahe gelegene Paulskirche, wo 1848/49 die erste deutsche Verfassung beraten und beschlossen wurde. Nach kurzer Besichtigung und einem Klassenfoto mit unseren Gastschülern aus Paraguay und Finnland ruhten wir uns auf dem Paulsplatz bei Kaffee und Eis noch ein bisschen aus, bevor es wieder nach Hause ging.“
Christian Sefrin und Jan Hartmann, 11b
Einladung zu einem virtuellen Besuch im Goethehaus:
http://www.goethehaus-frankfurt.de/goethehaus/index.html
Am Montag, den 5. Mai 2008 besuchten wir, die Klasse 8c, Frau Dr. Meußer und Frau Grabau die Redaktion des „Main-Echo“. Der „Main-Echo“-Redakteur André Breitenbach erklärte uns, wie eine Zeitung entsteht, und führte uns durch das Zeitungsmuseum, die Redaktionsräume und die Druckerei. Zwischendurch gab es einen kostenlosen Imbiss in der Kantine der Zeitung.
Die Entwicklung der Zeitung:
„Mehr als das Gold hat das Blei die Welt geändert. Und mehr als das Blei in der Flinte das im Setzkasten.“ Das waren die einleitenden Worte zu Beginn der Führung im Zeitungsmuseum. Im Museum wurde unserer Klasse erklärt, dass es früher viel länger gedauert hat, bis eine Zeitung gedruckt werden konnte. Dies lag z.B. daran, dass zu Beginn jeder einzelne Buchstabe per Hand gesetzt werden musste und dies dauerte für die ganze Zeitung natürlich Stunden. Danach kam die Weiterentwicklung der Maschine, die Zeilensetzmaschine. Damit konnte man 6000 Zeichen pro Stunde drucken. Für jede Seite gab es eine Bleizeitungsvorlage, mit der die Zeitungen vervielfältigt wurden. Das erste Main-Echo war kostenlos.

Heute geschieht das für die 90.000 Zeitungen natürlich schneller. So wurde für die neue Druckerpresse, die über drei Stockwerke hoch ist, eigens eine neue Halle gebaut. Allerdings baute man erst die Maschine auf und dann die Halle außen herum.

Informationen zur Gründung:
1945 wurde die Lizenz zur Veröffentlichung der Zeitung offiziell vergeben. Am 24.11.1945 erschien das erste Main-Echo. Es hatte aber nur 4-5 Seiten und erschien dreimal in der Woche – montags, mittwochs und am Wochenende – weil die Herstellung sehr zeitaufwändig war.

Der Weg der Nachricht:
Die Redakteure bekommen von abonnierten Presseagenturen wie der dpa (Deutsche Presseagentur) etwa 800 – 1200 Nachrichten am Tag auf ihren Computer gesendet. Nachdem sie sich einige ausgesucht haben, ändern sie diese um und schreiben so ihren Artikel. Ab 23 Uhr werden die Zeitungen nach einzelnen Regionalausgaben (z.B. Lohr, Miltenberg, Aschaffenburg) in der Druckerei gedruckt. Für jede Ausgabe werden bis zu 16 mehrere Tonnen schwere Papierrollen benötigt.

Zum Abschluss bekam jeder von Herrn Breitenbach eine „Main-Echo“-Titelseite mit unserem Bild auf der Titelseite, das er zu Beginn der Führung von uns gemacht hatte. Herzlichen Dank!

Johanna Faller, Julia Fleckenstein, Anja Reinke, Nahid Nafez (8c)


Fotos von Jan Kühlborn, Klasse 8c
Und hier ein Interview mit Herrn Breitenbach:
Interview mit Herrn André Breitenbach,
Redakteur beim MAIN-ECHO
8c: Was würde passieren, wenn die anderen Druckereien die Angebotsblätter von Kaufhof, etc. zu spät abliefern würden?
Herr Breitenbach: Die Zettel und Prospekte kämen dann nicht mehr in die Zeitung und damit wären dann wichtige Einnahmen verloren. Aber das kann nicht vorkommen, da alles genau geplant ist und die Prospekte schon viel früher angeliefert werden.
8c: Wann werden die Beilagen wie „TOP SHOP“ oder „7 Plus“ gedruckt?
Herr Breitenbach: „7 Plus“ wird donnerstagmorgens und „TOP SHOP“ mittwochmorgens gedruckt. Die normale Zeitung wird abends um 23 Uhr beginnend bis 2 Uhr nachts gedruckt.
8c: Werden die Farben einzeln oder schon gemischt auf das Blatt gebracht?
Herr Breitenbach: Ja, einzeln. Das geht nach und nach durch Farbplatten. Zum Beispiel, wenn ihr orange haben wollt, setzen die Platten einen kleinen roten Punkt und daneben einen gelben. Es sieht zwar aus wie eine Farbe, wenn ihr aber eine Lupe nehmt, könnt ihr die Punkte erkennen.
8c: Wie viel verdient ein Redakteur im Monat?
Herr Breitenbach: Oje (lacht) Am Anfang, die ersten zwei Jahre verdient ein Redakteur so 1200 -1300 € pro Monat. Einsteiger so bis zu 2500 € und der Chefredakteur... das wird zwar geheimgehalten, ich schätze aber, dass es bis zu 10000 € sind.
8c: Was passiert mit dringenden Meldungen, die nach Redaktionsschluss ankommen?
Herr Breitenbach: Es gibt einen Spätdienst in der Redaktion, also Leute, die bis 2 Uhr nachts Meldungen entgegennehmen und noch in die Zeitung hineinbringen können. Was allerdings danach kommt, kommt erst am nächsten Tag rein.
8c: Sind die Prospekte abgezählt?
Herr Breitenbach: Ja, es werden zwar immer eine ganze Menge Zeitungen mehr gedruckt, die Prospekte sind aber immer genau abgezählt.
8c: Wer denkt sich die Witze aus?
Herr Breitenbach: Das machen Agenturen. Für einen monatlichen Festpreis bekommen wir die Witze, das Wetter, etc.
8c: Sind die Verkaufszahlen des „Main-Echo“ in den letzten Jahren gestiegen oder gesunken?
Herr Breitenbach: Die sind gesunken. Unter anderem wegen des Internets. Das macht sich aber auch durch das Verschwinden von Kleinanzeigen bemerkbar. Alles, was jetzt in Ebay steht, war früher in Zeitungen.
8c: Wie viele Mitarbeiter beschäftigt das Main-Echo?
Herr Breitenbach: Wir drucken ja nicht nur die Zeitung, sondern auch Kataloge, Plakate und viele andere Drucksachen. Bei den Zeitungen sind es ca. 450 Mitarbeiter und insgesamt wahrscheinlich so um die 700 Mitarbeiter.
8c: Wurden von „Main-Echo“ bestimmte Unternehmen für die Auslieferung der Zeitungen beauftragt?
Herr Breitenbach: Ja, mittlerweile schon.
8c: Lesen sie selbst Zeitung?
Herr Breitenbach: Natürlich, immer das „Main-Echo“ und die anderen Regionalzeitungen auch. Man muss ja wissen, was die Konkurrenz schreibt.
(Die Fragen und Antworten wurden zusammengefasst
von Jasmin Bahmer und Maren Krüger, 8c)
„Wer immer strebend sich bemüht...“ Unter diesem Motto könnte die Exkursion des Grundkurses Deutsch von Herrn Antusch am 06.11. im Frankfurter Goethehaus stehen. Denn zum Einstieg in die Unterrichtslektüre wurde den Schülern in der aktuellen Ausstellung zu Ehren von Goethes wohl berühmtestem Werk einiges an Konzentration abverlangt. Wer aber dem Vortrag der sachkundigen Ausstellungsleiterin folgen konnte, erfuhr einiges Bemerkenswertes über den „Faust“. So begleitete Goethe der Stoff fast sein ganzes Leben: Schon als Vierjähriger spielte er vermutlich das zu seiner Zeit sehr bekannte Stück vom wissbegierigen Gelehrten, der sich der Magie hingab und dem Teufel verfiel, in seinem eigenen Puppentheater, welches wir vorher in Goethes Wohnzimmer besichtigen konnten. Und erst kurz vor seinem Tod beendete er seine Arbeit an Faust II.
Neben zahlreichen Werken von anderen Dichtern und Malern konnte man sich auch 27 Musikvertonungen (u.a. von Beethoven und Liszt) zu Gemüte führen. Dass vieles aus dem Faust sprichwörtlich wurde, war einigen von uns bekannt („des Pudels Kern“), aber dass Pudel (die Verkleidung des Mephisto) vor 200 Jahren alles andere als putzig und harmlos daherkamen, sondern eher wild und ungepflegt aussahen, dagegen weniger. Auch war für die meisten neu, dass der Jurist Goethe für die Anwendung der Todesstrafe bei verurteilten „Kindsmörderinnen“ war, wie Quellen belegen. Natürlich durften in solch einer Austellung auch Fanartikel wie z.B. ein zeitgenössisches Faust-Kartenspiel nicht fehlen. Ebenso wurde uns die Aktualität der Faustthematik vor Augen geführt: Schließlich werden auch heute noch viele Menschen von Okkultismus und Esoterik fasziniert. Ob diese unseren Durst nach Erkenntnis stillen? Wer nicht daran glaubt, dem bleibt ja noch das Motto: „Wer immer strebend sich bemüht, den werden wir erlösen“.
T.A.
„Studieren Sie nicht Journalistik, wenn Sie Journalist werden wollen“, riet Lisa Uphoff den Schülern des Leistungskurses Deutsch bei deren Besuch in der Redaktion der FAZ am 23. Oktober. Die Redakteurin, die bei der Rhein-Main-Zeitung der F.A.Z. für das Thema Schulpolitik verantworlich ist, stellte sich den Fragen der Kollegiaten. Vielmehr seien ein abgeschlossenes Studium einer Sprache, einer Geisteswissenschaft oder der Wirtschaftswissenschaften und der anschließende Besuch einer der drei Journalistenschulen in Stuttgart, Hamburg oder Berlin die beste Voraussetzung, um als Journalist zu arbeiten. Als die wichtigsten Eigenschaften eines Journalisten bezeichnete Frau Uphoff Lust am Schreiben, ein breites Allgemeinwissen und die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzuar-beiten. Die sechzehn Schüler hatten die Gelegenheit im Konferenzsaal des F.A.Z.-Gebäudes Nähe-res über die alltägliche Arbeit an einer der „zehn besten Zeitungen der Welt“ zu erfahren. Spitzen-jouranlisten haderten täglich mit ihren Texten, und das sei auch eine Garantie für gutes Schreiben. Wenn Schreiben zur Routine würde, solle man besser damit aufhören. Der helle Raum im fünften Stock des Stammhauses der F.A.Z. in der Hellerhofstraße 9 ist normalerweise Ort der Redaktionssit-zungen, bei denen es oft sehr kontrovers zugeht. Denn Meinungen zu prägen ist die vornehmste Aufgabe der F.A.Z.
Auch die Druckerei in Frankfurt Mörfelden besuchten die Kollegiaten und konnten dabei zuschauen, wie die Zeitung des Tages folgenden hergestellt wurde. Bereits um 17.00 Uhr beginnt der Druck für den kommenden Tag, sodass um 18.30 schon die erste Version der neuen Zeitung vorliegt. Doch bis 22.30, wenn endgültig Redaktionsschluss ist, werden noch laufend Änderungen vorgenommen. Jeder erhielt ein druckfrisches Exemplar der Dienstagsausgabe, womit wir potentielle F.A.Z.-Leser am Frankfurter Bahnhof irritierten, denn die meisten fühlten sich auf den Arm genommen, als ihnen am Abend die morgige Zeitung angeboten wurde. Dieser Besuch in Frankfurt war ein Höhepunkt des Projekts „Jugend schreibt“, an dem der Leistungskurs seit Februar dieses Jahres teilnimmt und in-nerhalb dessen jeder ein kostenloses Jahresabonnement der F.A.Z. bezieht.
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Michael B. Bauer